Wirtschaft : US-Automobilindustrie: Mit 17 Premieren gegen die Krise auf dem amerikanischen Automarkt

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Die Automobilindustrie schaut in dieser Woche nach Detroit, wo die "Motor Show", die wichtigste US-Fahrzeugmesse beginnt. Nach sechs Jahren mit ununterbrochenen Zuwächsen ist dies die erste Detroiter Messe, die in Zeiten eines konjunkturellen Abschwungs stattfindet. In den USA ist der Fahrzeugabsatz in den letzten Monaten des alten Jahres dramatisch eingebrochen. Von dem Einbruch sind vor allem die amerikanischen Hersteller General Motors (GM), Ford und Chrysler betroffen. Deutsche und japanische Autos verkaufen sich weiter gut in den USA. Von der Messe in Detroit erwartet sich die Automobilbranche erste Aufschlüsse darüber, wie die drei großen US-Hersteller der Absatzkrise im eigenen Land begegnen wollen. Sicher scheint, dass insbesondere Chrysler in den nächsten Wochen mit einem Stellenabbau starten wird. Zum Wochenende gab GM bekannt, dass der Autokonzern im Januar einen Teil seiner Werke befristet schließen wird. Nach Angaben von General Motors sind etwa 20 000 Beschäftigte in zehn Werken davon betroffen. In Detroit wird es möglicherweise Hinweise dazu geben, ob GM und Ford den Druck auf ihre europäischen Niederlassungen wegen der US-Krise erhöhen werden. Ford Europa und die GM-Tochter Opel schreiben rote Zahlen.

Insgesamt 17 neue Serienmodelle sowie zahlreiche "Studien" präsentieren die Konzerne von diesem Montag an auf der North American International Auto Show (NAIAS). Volkswagen will dabei mit einem High-Tech-Nachfolger des legendären Transporters "Bulli" für Furore sorgen. Jaguar möchte mit einem Nachfolger des Roadsters Jaguar E die Blicke auf sich lenken und gegen den Mercedes SLK und den Porsche Boxster antreten. Für die erwarteten 800 000 Besucher öffnet die Autoschau erst am 13. Januar.

Generell kommen die deutschen Anbieter und die Hersteller von Sportwagen optimistischer zu der Leistungsschau als die US-Massenproduzenten. Denn der Automarkt in den USA bricht nach einem langen Boom kräftig ein. Für das laufende Jahr erwartet der Branchenberater Autopolis einen Rückgang um zehn Prozent; 2002 soll der Markt um weitere 8,5 Prozent schrumpfen. Die erfolgsverwöhnten deutschen Anbieter hoffen, sich dem Trend entziehen zu können.

Eine Ausnahme ist die Daimler-Tochter Chrysler. Der US-Produzent wird seine Fertigung im 1. Quartal 2001, wie berichtet, um 26 Prozent senken. Der Branchenprimus General Motors fährt die Produktion in Nordamerika um 15 Prozent zurück, Ford um 17 Prozent. Im Dezember 2000 verkauften General Motors 18 Prozent, Ford 14,1 Prozent und Chrysler 15 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Mit einer Produktion von 678 000 Fahrzeugen im Startquartal 2001 strebt Chrysler dabei eine Steigerung gegenüber dem Schlussquartal 2000 um 58 000 Autos an. Allerdings waren ein Jahr zuvor noch 916 000 Chrysler vom Band gerollt. VW und Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche haben 2000 in den USA Verkaufsrekorde verbucht. Sie erhöhten ihren Gesamtabsatz um 14,3 Prozent auf 853 298 Autos.

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