Wirtschaft : US-Biotech-Politik: Die Position von Präsident Bush bleibt unklar

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Die US-Industrie erwartet von dem neuen amerikanischen Präsidenten George W. Bush keine Änderung der Biotechnologie-Politik. "Sollte er die Richtung ändern, dann auf keinen Fall sehr bald", sagte Steven Burke, Manager des North Carolina Biotechnology Center und einer der erfolgreichsten Förderer der Branche in den USA, am Montag in Berlin. Ob sich der republikanische Präsident in seiner Bio-Politik von den traditionell starken Abtreibungs-Gegnern beeinflussen lassen werde, sei noch nicht absehbar. Burke ist zurzeit auf einer einwöchigen Informationsreise in Deutschland, wo er unter anderem Gespräche mit Mitgliedern der Bundestags-Enquête-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" führen wird. Die Abtreibungs-Frage überschneidet sich mit strittigen Fragen der Bioethik, wie der Zulässigkeit von Stammzellen-Forschung und dem Klonen.Bislang sei die US-Gesetzgebung nicht sehr erfolgreich im Umgang mit ethischen Fragen gewesen, kritisierte Burke.

Im Jahre 2010 wird es laut Burke weltweit nur noch 30 führende Biotech-Zentren (Cluster) geben. Zurzeit sind es rund 200. Die besten Chancen räumt er den Zentren ein, die sich auf einen Schwerpunkt konzentrierten. Burke kritisierte die Politik, die zu rasch Erfolge erwarte, und mahnte zur Geduld. "Dies ist die wichtigste Technologie, die die Menschheit je vorangetrieben hat." Bis die Branche gereift sei, würden bis zu 30 Jahre vergehen. Auch die US-Biotech-Industrie habe 20 Jahre nach dem Start gerade erst die Entwicklungsphase hinter sich gelassen und sei noch in der Wachstumsphase. Die deutsche Biotech-Industrie dagegen stehe noch ganz am Anfang.

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