Wirtschaft : US-Dollarnachbörslich über 1,85 DM

Der Dollar ist im Verhältnis zur DM am Freitag auf den bislang höchsten Kurs der 90er Jahre gestiegen

FRANKFURT(MAIN) (rtr). Wegen Spekulationen über eine Leitzinserhöhung in den USA zog der Dollar nach Angaben von Händlern am Nachmittag auf einen Wert von 1,8570 DM an.So teuer war die US-Devise seit November 1989 nicht mehr.Die Zinsspekulationen seien von unerwartet guten Arbeitsmarktdaten in den USA ausgelöst worden, wodurch die Inflationsgefahren zunähmen, sagten Händler.Der amtliche Mittelwert des Dollar wurde am Mittag an der Börse bereits mit 1,8477 festgelegt worden, rund anderthalb Pfennig höher als am Vortag.US-Finanzminister Rubin hatte erklärt, die USA seien an einem starken Dollar interessiert.Schon kurz nach dem Fixing an der Frankfurter Börse stieg der Dollar auf knapp über 1,85 Mark gestiegen, was laut Händlern ein weiteres Kaufsignal war. Die Nachricht, daß die Zahl der Beschäftigten in den USA im Juli unerwartet stark um 316 000 zugenommen hatte, ließ den Dollar am Nachmittag binnen Sekunden weiter in Richtung von 1,86 DM klettern.Volkswirte hatten einen Anstieg um 193 000 vorausgesagt.Anleger befürchten, daß über höhere Löhne die Inflation angeheizt werden und die Notenbank sich mit Leitzinserhöhungen zum Gegensteuern veranlaßt sehen kann.Höhere Zinsen wirken sich in der Regel negativ auf die Aktienkurse aus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) der 30 deutschen Top-Unternehmen verlor am Freitag zwar 30,14 Punkte.Mit 4408,79 Punkten schloß er aber immer noch rund 100 Zähler höher als in der Vorwoche.Vor allem der Kurseinbruch bei Daimler um 3,8 Prozent auf 148,90 DM habe die Parkettbörse belastet, erklärten Händler.Zwei große Investmenthäuser stuften ihre Gewinnschätzungen zurück.Sorgen über den neuen Anstieg des Dollar und Kapitalabflüsse in die USA drückten auch die öffentlichen Anleihen.Die Umlaufrendite stieg dementsprechend auf 4,96 (4,89) Prozent.

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