Wirtschaft : US-Firmen loben Deutschland

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Frankfurt am Main - Die rund 2000 US-Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind, wollen weiter in der größten Volkswirtschaft Europas investieren. „Deutschland ist ein exzellenter, wenn auch mitunter etwas schwieriger Wirtschaftsstandort“, sagte Fred Irwin, Präsident der US-Handelskammer (AmCham) am Mittwoch in Frankfurt. Hervorragend ausgebildete Mitarbeiter, großes Innovationspotenzial, die Marktführerschaft in vielen Schlüsseltechnologien, die sehr gute Infrastruktur und die zentrale Lage in Europa sind für ihn die Hauptvorteile.

Als Beleg für die Attraktivität des Standortes führt Irwin unter anderem den US-Chiphersteller AMD an, der erneut 2,8 Milliarden Dollar in sein deutsches Werk investiert. Auch Ebay oder der Computer-Hersteller Dell hätten ihr Engagement in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. Größtes US-Unternehmen in Deutschland gemessen am Umsatz ist derzeit die General-Motors-Tochter Opel vor dem Mineralölkonzern Exxon (Esso), Ford und General Electric. Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter rangiert McDonalds mit gut 52 000 Beschäftigten vor Ford (25 200) und Opel (24 200).

„Die US-Firmen sehen in Deutschland weiter Zukunftschancen“, sagte Irwin. US-Industrieunternehmen haben bislang rund 120 Milliarden Euro in Deutschland investiert und damit so viel wie in keinem anderem Land der Welt. Direkt sind damit 850 000 und indirekt 2,3 Millionen Arbeitsplätze verbunden. Enttäuscht ist Irwin freilich über das mangelhafte Reformtempo und die nach wie vor zu hohe Steuerbelastung am wichtigsten Auslandsstandort der US-Wirtschaft.

Nur ein großes US-Unternehmen hat sich zuletzt aus Deutschland zurückgezogen: Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart. Banken und Finanzdienstleister wurden bei der Untersuchung nicht berücksichtigt. ro

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