Wirtschaft : US-Großaktionär vertreibt Mobilcom-Chef

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Berlin Der Abgang von Mobilcom- Chef Thorsten Grenz ist möglicherweise doch nicht so einvernehmlich erfolgt, wie das Unternehmen es am Freitag mitteilte. Verschiedene Medien berichteten am Wochenende, dass die amerikanische Investmentgesellschaft Texas Pacific Group, die im Frühjahr dieses Jahres ein Mobilcom-Aktienpaket von 28 Prozent erworben hatte, Druck auf das Unternehmen und damit Vorstandschef Grenz ausgeübt haben soll.

Mobilcom hatte mitgeteilt, dass Grenz nach der Verschmelzung von Mobilcom mit der Tochtergesellschaft Freenet „in bestem Einvernehmen“ aus dem Unternehmen ausscheidet. Grenz war jedoch derjenige gewesen, der die Verschmelzung des Mobilfunk- mit dem Internetdienstleister Freenet vorangetrieben hatte. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte sich dagegen zunächst heftig gegen die Verschmelzung gewehrt. Jetzt soll er zum 1.September Chef des zusammengeführten Unternehmens werden.

Nach Angaben des „Spiegel“ gab Grenz auf, weil er auf eine Forderung des Mobilcom-Großaktionärs Texas Pacific Group nach einer Ausschüttung der liquiden Mittel nicht eingehen wollte. Aufsichtsratschef Dieter Vogel bekräftigte jedoch, dass auf den Sitzungen des Führungsgremiums über eine solche Ausschüttung nicht gesprochen wurde.

Nach Angaben von Spoerr liegen bei Freenet und Mobilcom zusammen 338 Millionen Euro an liquiden Mitteln bereit. Spoerr kündigte am Montag in Hamburg an, nach der Verschmelzung beide Marken erhalten und einen aggressiven Wachstumskurs fahren zu wollen. „Ich bin Verfechter einer Wachstumsstrategie“, sagte Spoerr. „Es müssen aber auch Unternehmen zum Verkauf stehen und zu einem fairen Preis zu haben sein.“ Der Konkurrent Arcor beispielsweise stünde nicht zum Verkauf. Spoerr möchte die freien Mittel in Zukäufe investieren, wobei mindestens eine Milliarde Euro „stemmbar“ wäre. Priorität hat der Ausbau des Geschäfts mit schnellen Internetzugängen (DSL). Wachstumspotenzial sieht der Manager aber auch beim margenschwachen Mobilcom-Geschäft.Tsp/dpa

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