US-Hypothekenkrise : IKB droht Schadenersatzklage

Der wegen der US-Immobilienkrise schwer getroffenen Mittelstandsbank IKB droht eine Schadenersatzklage in sechsstelliger Höhe. Sie soll die die Anleger wissentlich falsch informiert haben.

IKB
Die Berlinzentrale der IKB. -Foto: ddp

Wiesbaden/DüsseldorfIm Namen eines Anlegerehepaares fordert die Wiesbadener Kanzlei Doerr und Partner 450.000 Euro von dem Düsseldorfer Institut. Nach Meinung der Anwälte hat die Bank die Anleger wissentlich falsch über ihre Verstrickung in die Krise am US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite (subprime) informiert. "Die IKB teilte am 20. Juli per Pressemitteilung mit, dass es in den USA kaum Risiken gebe - das war definitiv falsch und der Vorstand wusste das auch", sagte Rechtsanwalt Ralf Plück. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des "Wiesbadener Kuriers".

Das betroffene Ehepaar hatte den Angaben zufolge nach dem 20. Juli in großem Stil IKB-Aktien gekauft: 21.000 Stück. Die IKB war infolge der Krise am US-Hypothekenmarkt in eine existenzbedrohende Schieflage geraten und von einem Bankenpool um die staatliche KfW Bankengruppe mit einer Bürgschaft von 8,1 Milliarden Euro gerettet worden.

Die Klageschrift wurde der IKB Deutsche Industriebank AG nach Angaben der Kanzlei bereits zugestellt. Der Bank sei eine Frist bis zum 7. September gesetzt worden, den Forderungen nachzukommen. "Wenn sie das nicht tut, werden wir die Klage umgehend einreichen", betonte Plück. Auf die angeschlagene IKB käme dann ein öffentlicher Prozess zu, in dem ihre Verstrickung in die US-Immobilienkrise aufgearbeitet würde. Die Klage wäre nach Angaben der Wiesbadener Kanzlei die erste in Deutschland zu Turbulenzen an den Finanzmärkten, die seit Wochen für Unruhe sorgen. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar