US-Investmentbank : Goldman Sachs verdient fast fünf Milliarden Dollar

Die Investmentbank Goldman Sachs übertrumpft mit seinem Gewinn alle Wall-Street-Konkurrenten. Die Manager-Boni fallen jedoch vergleichsweise niedrig aus.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im vierten Quartal mehr verdient als jeder Konkurrent an der Wall-Street. Das Geldhaus machte einen Gewinn von 4,95 Milliarden Dollar, wie Goldman Sachs in New York mitteilte. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Aktienhändler bei weitem. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten die Belastungen aus der Finanzkrise noch zu einem Verlust von 2,3 Milliarden Dollar geführt.

"Trotz eines kräftigen konjunkturellen Gegenwinds sehen wir Zeichen von Wachstum", sagte Bankchef Lloyd Blankfein. Vor allem die Geschäfte mit Währungen, Rohstoffen und Anleihen florierten gegen Jahresende weiterhin. Im Gesamtjahr konnte Goldman Sachs nach eigenen Angaben mit einem Gewinn von 13,39 Milliarden Dollar nahtlos an die Rekordzahlen aus der Vorkrisenzeit anknüpfen.

Goldman Sachs zählt zu den großen Gewinnern der Finanzkrise. Zum einen sah der Konzern schon früh den Zusammenbruch des US-Häusermarkts kommen und verdiente daran. Zum anderen lichtete sich in der Finanzkrise das Feld der Konkurrenten. Das einzige Bankhaus, das momentan noch mithalten kann, ist die breiter aufgestellte J.P. Morgan Chase, die im Schlussquartal 3,3 Milliarden Dollar verdiente.

Unter dem Druck aus Politik und Öffentlichkeit schüttet die US-Investmentbank trotz des hohen Gewinns deutlich weniger Boni aus als erwartet. Insgesamt reichte die US-Investmentbank 16,2 Milliarden zusätzliche Dollar an ihre Beschäftigen weiter, wie aus dem vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht. Damit bekommt jeder der 32.500 Mitarbeiter im Schnitt 498.000 Dollar. Die Goldman-Sachs-Banker zählen damit immer noch zu den absoluten Spitzenverdienern der Branche.

Gemessen an den Erträgen gibt sich Goldman nach der Kürzung am Jahresende aber betont bescheiden. Knapp 36 Prozent der Einnahmen werden an die Mitarbeiter durchgereicht. Beim direkten Rivalen Morgan Stanley, der wesentlich schlechter verdient hat, sind es dagegen 62 Prozent. Pro Mitarbeiter fließen hier in absoluten Zahlen 235.000 Dollar.

Die hohen Boni der Banker inmitten der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hatten zu einer breiten öffentlichen Diskussion geführt. Mehrfach wurde der Ruf nach einer gesetzlichen Deckelung laut. Und das umso mehr, als auch staatlich gestützte Banken ihre Mitarbeiter hoch entlohnen. Beispiele sind die Citigroup und die Bank of America, die beide im vergangenen Jahr Milliardenverluste eingefahren haben.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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