Wirtschaft : US-Justiz ermittelt gegen Daimler

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Berlin Das amerikanische Justizministerium hat angeblich strafrechtliche Ermittlungen gegen Daimler-Chrysler wegen des Vorwurfs eingeleitet, der Konzern habe in mindestens zwölf Ländern Bestechungsgelder gezahlt. Führende Manager des Unternehmens sollen von dieser Praxis gewusst haben, berichtet das „Wall Street Journal“. Ein Sprecher von Daimler-Chrysler in Stuttgart wies jedoch zurück, dass es neue Ermittlungen gebe. „Die gesamten Ermittlungen der US-Justiz und der US-Börsenaufsicht SEC laufen bereits seit August 2004“, sagte er dem Tagesspiegel. Seither gingen die US-Ermittler Hinweisen eines ehemaligen Buchhalters des Unternehmens nach, wonach Mercedes 40 geheime Konten unterhalten und Bestechungsgelder gezahlt haben soll. Daimler-Chrysler arbeite mit den US-Justizbehörden zusammen, so der Sprecher.

Auch deutsche Behörden seien in die Ermittlungen einbezogen, berichtet das Wall Street Journal weiter und beruft sich dabei auf informierte Kreise. Die deutschen Behörden hätten sich nach dem 22. Juli eingeschaltet. An diesem Tag hatte Rudi Kornmeyer, der viele Jahre für den Konzern in Nigeria tätig war, Selbstmord in Esslingen begangen. In seinem Abschiedsbrief soll er sich laut „Wall Street Journal“ auf die Bestechungsvorwürfe bezogen haben. „Da wird ein Zusammenhang spekuliert“, sagte der Daimler-Chrysler-Sprecher. „Für ein persönliches Fehlverhalten gibt es keine Anhaltspunkte.“ Die Staatsanwaltschaft habe die Untersuchung im Fall Kornmeyer abgeschlossen.

Ausgangspunkt für die Untersuchungen der US-Justiz und der SEC im Sommer 2004 waren die Aussagen des früher bei Daimler-Chrysler beschäftigten Buchhalters David Bazzetta. Der hatte behauptet, Mercedes unterhalte 40 geheime Bankkonten für Bestechungszwecke. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten gegen das Unternehmen oder Mitarbeiter Geldstrafen verhängt und Änderungen in den Geschäftspraktiken verlangt werden, schreibt Daimler-Chrysler in seinem Quartalsbericht. vis

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