Wirtschaft : US-Konzern forscht in Adlershof

Berlin - Als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD)  und der Chef des US-Konzerns Corning, Wendell Weeks, das blaue Band zur Einweihung des neuen Forschungszentrums in Adlershof durchschneiden, scheint kurz die Sonne durch die Wolken. „Sie scheint immer in Berlin, oder?“, fragt Weeks und lacht. „Nein, nicht immer“, antwortet Wowereit. Man ahnt, woran er dabei denkt. Denn nach dem Flughafendebakel, das den Regierenden mächtig unter Druck setzt, ist Wowereit auch noch die Wirtschaftssenatorin abhandengekommen.

Umso erfreuter präsentiert er am Mittwoch die erfolgreiche Ansiedlung des US-Technologieunternehmens Corning im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof. Der Park sei ein Symbol für Berlins Erfolg, sagt Wowereit. „Diese Ansiedlung gibt Adlershof weiteren Auftrieb.“ Der Glasspezialist Corning mit Sitz im US-Bundesstaat New York, der im vergangenen Jahr 7,9 Milliarden Dollar Umsatz machte, bündelt nun seine europäischen Forschungsaktivitäten der Kabelsparte Corning Cable Systems in Berlin. Die Tochter stellt etwa für Konzerne und Banken Glasfaserkabelsysteme her.

Das neue Zentrum umfasst neben Laboren und Büros auch eine Test-Fertigung zur Erprobung neuer Produkte. Derzeit arbeiten hier 30 Mitarbeiter, wie viele es werden sollen, verrät Corning nicht. „Wir haben uns auch für Adlershof entschieden, weil wir hier die Möglichkeit haben, zu wachsen“, sagt Clark Kinlin, Chef der Telekommunikationssparte, die rund ein Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Man wolle zudem eng mit den vielen innovativen Unternehmen, den Universitäten und Forschungseinrichtungen am Standort zusammenarbeiten. Corning stellt neben seinen Telekommunikationsprodukten auch Glas für Smartphones und die Solarbranche her, die in Adlershof stark vertreten ist. Für den Park, der unter der Krise der Solarindustrie leidet, ist die Ansiedlung wichtig. Hardy Schmitz, Chef der Betreibergesellschaft Wista, verspricht Unterstützung beim Knüpfen von Kontakten. „Die Firmen im Bereich Optik stehen zur Kooperation bereit.“ jmi

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