Wirtschaft : US-Konzern GM greift VW in China an Experten fürchten Überkapazitäten

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Schanghai/Frankfurt (Main) Der US-Autokonzern General Motors (GM) drängt mit einer Milliardeninvestition weiter auf den chinesischen Markt vor und greift damit Marktführer VW an. GM will gemeinsam mit seinen Joint-Venture-Partnern rund drei Milliarden USDollar (2,44 Milliarden Euro) in den Automarkt stecken und damit seine Kapazitäten in China bis 2007 verdoppeln. Binnen drei Jahren will der US-Autobauer 20 neue Modelle auf den Markt bringen.

Der Volkswagen-Konzern, in China der größte Autohersteller, steckt seinerseits in den nächsten Jahren rund fünf Milliarden Euro in den Wachstumsmarkt. GM will im laufenden Jahr 530000 Autos in China absetzen und 1,3 Millionen im Jahr 2007. Konkurrent VW lag im Jahr 2003 bei knapp 700 000 Autos und steuert 1,6 Millionen im Jahr 2008 an. Für den VW-Konzern ist China nach Worten von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder der wichtigste Markt außerhalb des Heimatlandes. Erst vor wenigen Wochen hatten die Wolfsburger angekündigt, gemeinsam mit dem chinesischen Partner Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC), den Bau eines weiteren Werks zu planen. 2004 will VW in China mehr als 800 000 Fahrzeuge produzieren und verkaufen. Damit sind die Wolfsburger auf einem der stärksten Wachstumsmärkte besser vertreten als Daimler-Chrysler oder BMW.

Angelockt werden die Konzerne von zweistelligen Zuwachsraten auf dem chinesischen Automarkt. Insgesamt haben ausländische Hersteller allein in den vergangenen acht Monaten Investitionen von rund zehn Milliarden Dollar (8,14 Milliarden Euro) in China angekündigt. Im vergangenen Jahr wurden in China fast zwei Millionen Autos verkauft, gut 70 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für 2004 rechnen Experten mit einem weiteren Wachstum um 25 bis 30 Prozent.

BMW eröffnete erst im vergangenen Jahr mit dem regionalen Partner, dem Automobilhersteller Brilliance, eine eigene Fertigung für Modelle der 3er- und 5er-Reihe. Daimler-Chrysler will ab Ende 2005 bis zu 25 000 Mercedes-Fahrzeuge der C- und E-Klasse montieren.

Die großen Autokonzerne liefern sich derzeit einen Wettlauf um eine möglichst große Präsenz im Reich der Mitte. Auch Wettbewerber wie Toyota, Nissan, Hyundai und Honda kündigten insgesamt Investitionen in Milliardenhöhe für China an. Experten warnen allerdings vor einer Überhitzung des Marktes. So prognostiziert das Beratungsunternehmen KPMG, dass die Überkapazität in China schon 2005 rund 2,3 Millionen Fahrzeuge erreichen könnte. hz/HB

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