Wirtschaft : US-Konzern: Pakt mit Bankgesellschaft

LONDON (jhw).Der US-Konzern Enron rechnet sich sehr gute Chancen aus, die ausgeschriebenen Anteile der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zu erwerben.Mit der Bankgesellschaft Berlin als Partner ist Enron bereit, mehrere Mrd.DM für die BWB zahlen.Alexander Kulpecz, der Vorstandschef von Azurix, der britischen Wassertochter des US-Konzerns, berichtete am Mittwoch abend in London, daß die Enron-Vorstandsmitglieder seinen Plan zur Expansion gebilligt hätten.Er wollte sich aber nicht zum Angebot äußern.

Aus Bewerberkreisen war zu erfahren, daß jeder Mitbewerber zwei Angebote habe einreichen müssen.Demzufolge ist die Konstruktion der neuen BWB - die eine Mischung aus öffentlich-rechtlicher Körperschaft und privatwirtschaftlicher Aktiengesellschaft werden soll - höchst komplex.Jedes Angebot umfasse daher mehrere 100 Seiten.Die Senatsverwaltung will dem Vernehmen nach bis Montag oder Dienstag die zwei bis drei endgültigen Verhandlungspartner aussuchen.Neben Azurix haben am Dienstag drei andere Bewerber ein verbindliches Angebot beim Land Berlin abgegeben: das deutsch-französische Konsortium aus den Mischkonzernen RWE und Vivendi, die französische Suez Lyonnais des Eaux und die hannoversche Veba-Tochter PreussenElektra.Die Senatsverwaltung für Finanzen wollte sich nicht zu den Angeboten äußern.Beobachter gehen von einem Privatisierungserlös in Höhe von rund zwei Mrd.DM aus.Für rund vier Mrd.DM hatte Azurix im vorigen Jahr 100 Prozent der Anteile eines britischen Wasserver- und -entsorgers aus Südwest-England gekauft.Dieser Betrieb ist die einzige Aktivität von Azurix in Europa.

Die BWB sollen nun als Ausgangspunkt für Kontinentaleuropa dienen.Azurix-Chef Kulpecz wies darauf hin, daß die französischen Unternehmen Konkurrenten der BWB seien - im Unterschied zum Newcomer aus Großbritannien.Sein Unternehmen benötige dringend Know-how aus Deutschland für die geplante Expansion.

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