Wirtschaft : US-Minister empfiehlt Energiesparen

-

Berlin - Die US-Regierung macht sich zunehmend Sorgen über die wieder steigenden Preise für Öl und Gas. Jetzt rief der amerikanische Energieminister Sam Bodman die Verbraucher auf, mit Energie sparsam umzugehen – insbesondere in diesem Winter. Hintergrund sind die durch die beiden Hurrikane „Rita“ und „Katrina“ angerichteten Schäden an den Öl- und Gasförderanlagen im Golf von Mexiko. Bodman schätzte, erst im kommenden Sommer werde die dortige Produktion wieder den Stand von vor den Hurrikanen erreicht haben. Das werde zu höheren Preisen führen. Am Freitag notierte ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl bei rund 60 Dollar. Donnerstagmorgen hatte der Rohstoffpreis bei 59 Dollar gelegen.

Im aktuellen Report der US-Regierung zur Lage im Golf von Mexiko heißt es, dass immer noch fast 31 Prozent der sonst üblichen Ölkapazitäten brach liegen. Bei der Gasproduktion sind es 24,4 Prozent. Durch die Hurrikan-Schäden sind mittlerweile insgesamt 18,2 Prozent der jährlichen Ölproduktion der Region und 14,1 Prozent beim Gas ausgefallen.Trotzdem haben es die USA aber geschafft, ihre Ölvorräte durch Importe aufzustocken. Die Reserve liegt derzeit bei etwa 325 Millionen Barrel – und damit deutlich über dem langjährigen Mittel, das sich üblicherweise um diese Jahreszeit bei 275 bis 300 Millionen Barrel bewegt. Auch beim Gas konnten die USA die eigenen Förderausfälle durch Einfuhren mehr als kompensieren.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) steckt deshalb in einer schwierigen Lage. Am Montag kommen ihre Mitglieder in Kuwait-City zusammen, um über ihre weitere Förderpolitik zu beraten. Derzeit produziert das Kartell so viel Öl wie noch nie, der Anteil an der Weltproduktion ist von rund 30 Prozent wieder auf 40 Prozent gestiegen. Doch die gestiegenen US-Vorräte zeigen, dass derzeit auf dem Markt wesentlich mehr Öl zu haben ist, als eigentlich benötigt wird. hop

0 Kommentare

Neuester Kommentar