Wirtschaft : US-Notenbank stützt japanischen Yen mit zwei Mrd.Dollar

WASHINGTON/TOKIO (AFP/AP/rtr).Die US-Notenbank hat sich nun doch in die Japan-Turbulenzen eingeschaltet.Am Mittwoch intervenierte sie zur Stützung des Yen am Devisenmarkt und stärkte die japanische Währung deutlich: Der Yen stieg auf einen Kurs von 138,15 zum Dollar, nachdem er am Dienstag noch mit 143,33 gehandelt worden war.Damit bewahrheiteten sich Spekulationen, wonach die USA einer weiteren Abwertung der japanischen Währung nicht länger zusehen würden.Wie in Tokio offiziell bestätigt wurde, hatten sich US-Präsident Bill Clinton und Japans Ministerpräsident Ryutaro Hashimoto zuvor auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt.Das japanische Parlament verabschiedete zugleich ein milliardenschweres Sofortprogramm zur Ankurbelung der Konjunktur.

Nach Schätzungen von Händlern kaufte die US-Notenbank für über zwei Mrd.Dollar Yen.Volkswirte sprachen von einem Wechsel in der Währungspolitik der USA, die seit 1992 nicht mehr auf den internationalen Finanzmärkten interveniert hatten.Die Yen-Erholung löste an den Aktienmärkten in Asien teilweise kräftige Kurserholungen aus.Auch die Aussicht auf ein amerikanisch-japanisches Krisentreffen sorgte für Belebung.Die US-Regierung bestätigte am Nachmittag, daß der stellvertretende Finanzminister Lawrence Summers noch am Mittwoch zu Gesprächen nach Tokio reisen und dort zudem an dem kurzfristig anberaumten G-7-Treffen am Sonnabend teilnehmen wird.

Der vom Parlament in Tokio verabschiedete Nachtragshaushalt hat ein Volumen von 4,65 Billionen Yen, umgerechnet knapp 59 Mrd.DM.Er beinhaltet allein öffentliche Aufträge in Höhe von umgerechnet 50 Mrd.DM.Geplant ist zudem die Ausgabe von Schatzbriefen in Höhe von 6,1 Billionen Yen, mit denen unter anderem Steuererleichterungen finanziert werden sollen.Nach Angaben der Regierung könnte das Programm für eine Steigerung des Wirtschaftswachstums um 1,9 Prozent sorgen.Analysten zeigten sich jedoch skeptisch, daß das Finanzpaket ausreichen wird, die Konjunktur aus der Rezession zu führen.Selbst die japanische Zentralbank erklärte am Mittwoch, es sei "nicht sicher, ob das umfassende Wirtschaftspaket wirklich einen Aufschwung in Gang bringen kann".

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