Wirtschaft : US-Präsidentschaftswahl: Clintons Vermächtnis

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Für den Herausforderer George W. Bush ist es nicht ganz einfach, die Wirtschaftspolitik der Clinton/Gore-Regierung in schlechtes Licht zu rücken. Denn selten sah die Bilanz am Ende einer Amtszeit so glänzend aus.

Wirtschaftswachstum: Paradiesische Zustände - im November wächst die US-Wirtschaft im 116. Monat. Auf das laufende Jahr gerechnet soll die Prosperität erneut höher liegen als 1999 und rund fünf Prozent betragen. Im kommenden Jahr soll jedoch das Wachstum wieder leicht abflauen, auch zur Freude der US-Notenbank Federal Reserve. Einen ähnlich lang anhaltenden Aufschwung haben die Ökonomen in den vergangenen Jahrzehnten nicht verzeichnet.

Arbeitsmarkt: Vor allem in puncto Beschäftigung klopft sich die Clinton-Regierung auf die Schulter: 22 Millionen Jobs habe man seit 1993 geschaffen und die Arbeitslosigkeit 1999 auf 4,2 Prozent gedrückt - das ist nahezu Vollbeschäftigung und der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg zwischen 1992 und 1999 um fast 15 Millionen.

Inflation: Je länger die Wirtschaft wuchs, umso gebannter starrten Aktienhändler, Notenbanker und Ökonomen auf die Entwertung des Dollar und die Indikatoren dafür. Fed-Chef Alan Greenspan sorgte mit bedachter Politik und regelmäßigen Zinserhöhungen dafür, dass die Inflation bis heute fast immer unter drei Prozent blieb.

Staatsfinanzen: Trotz seit 1998 ausgeglichener Etats - noch immer sind 3,4 Billionen Dollar Staatsschulden aus den vergangenen Jahrzehnten zu tilgen. Gleichwohl steigen die Haushaltsüberschüsse auf in diesem Jahr voraussichtlich 237 Milliarden Dollar.

Handelsbilanz: Der Preis für den Konsumrausch der Amerikaner und ihre geöffneten Märkte ist freilich ein Rekorddefizit in der Handelsbilanz. Der Wert der Importe lag 1999 um 340 Milliarden Dollar höher als der der Exporte.

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