Wirtschaft : US-Regierung stutzt Managergehälter

Sieben Konzerne betroffen/Kürzung bis 90 Prozent

New York - In den USA erhält die hitzige Debatte über eine angemessene Vergütung von Managern neue Nahrung. Die US-Regierung will die Gehälter und Boni von Vorständen staatlich aufgefangener Firmen deutlich beschneiden und die sieben betroffenen Firmen zu internen Strukturveränderungen zwingen.

Der für die neuen Vergütungsregeln zuständige Sonderbeauftragte des US-Finanzministeriums, Kenneth Feinberg, will bei den betroffenen Firmen das Grundgehalt der 25 bestbezahlten Manager um 90 Prozent kappen und ihnen als Gegenleistung den Bezug von Firmenaktien mit langer Haltefrist anbieten.

Direkt betroffen sind zunächst sieben US-Firmen, die mit Steuermitteln gerettet worden waren. Unter anderen beim Versicherer AIG, der Bank Citigroup und dem Autokonzern General Motors soll die Gesamtsumme der Vergütungen um rund 50 Prozent reduziert werden.

Die Unternehmen werten entsprechende Meldungen als politische Kampagne, um die Steuerzahler zu beruhigen. Dass die Gesamtvergütung um mehr als 50 Prozent gedrückt würde, sei „ein kleiner Scherz“, zitierte das „Wall Street Journal“ einen namentlich nicht genannten Citigroup-Manager.

Dagegen genießt Feinberg volle politische Rückendeckung. Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi begrüßte die geplanten Maßnahmen: „Präsident Obama und der Kongress stimmen überein: Genug ist genug!“, wetterte die Demokratin. Das Volk sei „zu Recht empört“ über Berichte, dass gerettete Unternehmen ihre Spitzenmanager wieder mit Millionen-Boni belohnten. „Es ist ein Novum, dass eine US-Regierung die Gehälter börsennotierter Unternehmen bestimmt“, betonte Juraprofessor J.W. Verret von der George Mason University School of Law in Washington.

Für Aufsehen sorgt neben der Gehaltsdeckelung auch die Tatsache, dass Feinberg die betroffenen Firmen zu internen Strukturveränderungen drängen will. Entsprechend nervös ist die Stimmung in den Unternehmen. ebe (HB)

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