US-Verbot : Duty-Free-Shops fürchten Umsatzeinbußen

Nach dem Terroralarm aus London befürchten die Duty-Free-Shops einen Umsatzrückgang, denn Flüssigkeiten wie Parfüm oder Alkohol sind im Handgepäck verboten.

Berlin - Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen nehmen auf die Händler mit zollfreier Ware keine Rücksicht. Da bei dem Londoner Komplott mutmaßlich Flüssigsprengstoff eingesetzt werden sollte, untersagten die US-Behörden mit sofortiger Wirkung allen Flugpassagieren mit Ziel USA, Flüssigkeiten mit ins Handgepäck zu nehmen. Dies gilt auch für Spirituosen, Wein oder Parfüms aus den Duty-Free-Shops.

Die Möglichkeit, diese Ware im Koffer zu verstauen und einzuchecken, haben die Passagiere aber nicht. Denn Duty-Free-Shops liegen in den Aiports in den Zonen hinter Gepäckabgabe und Sicherheitskontrolle - die dort gekaufte Ware kann deshalb nur als Handgepäck mitgenommen werden. Vorerst sollten deshalb alle deutschen Reisenden in die USA darauf verzichten, sich im Duty-Free-Shop mit Alkoholika oder Parfüms einzudecken.

US-Verbot könnte sich auf Dauer "zur Existenzfrage" entwickeln

Derzeit ist noch nicht absehbar, wie lange das US-Verbot für Flüssiges im Handgepäck gilt. Wird es auf Dauer aufrecht erhalten, könne es sich "zur Existenzfrage" für die Duty-Free-Shops entwickeln, sagt ein Sprecher von Fraport, dem Betreiber des größten deutschen Flughafens in Frankfurt am Main. Denn gerade teure Alkoholika und Parfüms machen einen großen Teil der Waren in den Shops aus.

Besonders betroffen von dauerhaften Einschränkungen könnte die Hamburger Firma Gebr. Heinemann sein: Sie betreibt weltweit 135 Duty-Free-Shops an Flughäfen, darunter an einem Großteil der deutschen Airports. Bei Heinemann herrscht aber noch relative Gelassenheit, da der Anteil der USA-Flüge deutlich geringer ist als der der europäischen Flüge, bei denen die Beschränkungen nicht gelten.

Das Unternehmen ist zudem zuversichtlich, dass das Problem zu lösen ist: Modelle dazu gebe es bereits, sagte ein Heinemann-Sprecher. In den USA etwa hätten die Kunden schon vor dem Londoner Komplott ihre Einkäufe nicht direkt ausgehändigt bekommen, sondern nach Vorlage des Kassen-Bons am Eingang zum Flugzeug. Die LTU habe ebenfalls schon reagiert und sammle die Duty-Free-Einkäufe ihrer Kunden vor dem Einstieg an Bord ein, verstaue sie im Frachtraum und händige sie nach der Landung wieder aus - auch dies sei eine Möglichkeit, sagte der Sprecher. Allerdings bedeute dies einen zusätzlichen Aufwand, den freiwillig niemand betreiben würde. (tso/AFP)

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