Wirtschaft : US-Wirtschaft: Arbeitsmarkt stützt Aktienkurse

Der Arbeitsmarkt in den USA hat im November nach Einschätzung von Analysten den Trend einer US-Konjunkturabkühlung unterstrichen. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft stieg mit 94 000 weniger stark als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,0 Prozent nach einem 30-Jahrestief von 3,9 Prozent im Vormonat. Angesichts der um 0,4 Prozent gestiegenen Stundenlöhne werde es der US-Notenbank Fed aber vermutlich schwer fallen, bereits frühzeitig im kommenden Jahr die Zinsen zu senken. Euro und Rentenmärkte reagierten daher verhalten auf die Daten und verzeichneten Kursrückgänge. Dagegen kletterten die Aktienkurse nach oben.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg der neu geschaffenen Stellen um 140 000 gerechnet. Jens Dallmeyer, Volkswirt bei Deutsche Bank Research relativierte die Zahl allerdings etwas. Zwar sei der Stellenzuwachs schwächer ausgefallen als erwartet. "Allerdings zeigt der genaue Blick auf die Zahlen, dass der Rückgang ausschließlich auf den öffentlichen Sektor zurückzuführen ist. Im privaten Sektor sind netto 148 000 Stellen mehr geschaffen worden. Das sind doppelt so viele wie im Vormonat." Trotzdem sieht Dallmeyer in den Daten ein weiteres Signal dafür, dass sich die Konjunktur in den USA langsam abkühle. Auch die Lage am Arbeitsmarkt beginne sich zu entspannen. Dies spreche generell für Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Ebenso wie andere Volkswirte zieht Dallmeyer aber auch die um 0,4 Prozent auf 13,94 Dollar gestiegenen Durchschnittslöhne in Betracht. "Der stärker als erwartet ausgefallene Lohnanstieg macht aber deutlich, dass auch die Gefahr an der Inflationsfront noch nicht gebannt ist." Die Aktienmärkte reagierten positiv. Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte bis zum Nachmittag um mehr als zwei Prozent auf über 6700 Punkte. Der alle Werte des Wachstumssegments Neuer Markt umfassende Nemax-All-Share stieg sogar um rund fünf Prozent und der Nemax-50 um 6,5 Prozent. Die Umsatzwarnung des Chipherstellers Intel am Donnerstag nach US-Börsenschluss habe kaum Auswirkung auf den US-Markt gehabt, da sie in den zuletzt unter Druck geratenen Kursen bereits eingepreist gewesen sei, sagten Händler.

Als positives Signal seien zudem die geringer als erwartet ausgefallenen Verluste an der US-Technologiebörse Nasdaq vom Vortag gewertet worden, nachdem eine Gewinnwarnung von Motorola die Stimmung im Sitzungsverlauf belastet hatte. Der Index für den US-Technologiemarkt Nasdaq Composite stieg am Freitag im frühen Handel um knapp fünf Prozentpunkte, während der Dow Jones 0,70 Prozent höher notierte.

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