Wirtschaft : US-Wirtschaft: "Deutsche kaufen weniger Teppiche"

Herr Franzen[der Einzelhandelsumsatz ist in den U]

Herr Franzen, der Einzelhandelsumsatz ist in den USA im September überraschend stark um 2,4 Prozent gesunken. Ist in Deutschland eine ähnliche Entwicklung abzusehen?

Die Betroffenheit bei den deutschen Konsumenten ist geringer als in den Vereinigten Staaten. Das Vertrauen der Verbraucher ist zwar gedämpft, die Bereitschaft zu Ausgaben war aber auch vorher nicht groß. Ich gehe nicht von einem Einbrechen der Nachfrage in Deutschland aus.

Wann werden die Konsumenten in Deutschland ihr vorsichtiges Einkaufsverhalten ablegen?

Das kann lange dauern. Die negativen Auswirkungen aus der Schwäche der Weltwirtschaft müssen erst einmal auslaufen. Wenn die Arbeitslosigkeit weiter steigt, verringert das den Konsum zusätzlich.

Welche Bereiche des Einzelhandels sind besonders stark getroffen?

Vor allem die teuren Güter des langfristigen Bedarfs, wie Möbel, Teppiche oder Unterhaltungselektronik. Mit anderen Worten: Alle Käufe, für die Verbraucher sich verschulden oder auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen.

Werden schon die ersten Entlassungen gemeldet?

Entlassungen im Einzelhandel gibt es seit Jahren, aber keine Massenentlassungen. Das ist die Folge der Strukturverschiebung in Richtung Discount und der Technisierung im Handel. Die meisten Entlassungen hatten wir dieses Jahr im Kfz-Handel und bei Kauf- und Warenhäusern.

Wie sieht Ihre Prognose für 2002 aus?

Jede Prognose ist derzeit Kaffesatzleserei. Die politischen Ereignisse können Prognosen sofort ad absurdum führen.

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