Wirtschaft : US-Wirtschaft: Stärkeres Wachstum als erwartet

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist im ersten Quartal 2001 deutlich stärker ausgefallen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt lag von Januar bis Ende März um zwei Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Im vierten Quartal des Jahres 2000 hatte der Wert noch ein Prozent betragen, dies hatten Analysten ursprünglich auch für das erste Quartal 2001 erwartet.

Zurückgeführt wurde das überraschend starke Wachstum vor allem auf die gestiegene Binnennachfrage, das geringe Importvolumen und verstärkte Bautätigkeit. Negativ wirkten sich die Bemühungen der Unternehmen aus, ihre Lagerbestände abzubauen, und eine verminderte Nachfrage von Firmen nach Computern und anderer Ausstattung. Notenbankchef Alan Greenspan sagte, trotz der Abkühlung der Wirtschaft werde die Produktivität insgesamt weiter steigen. Er rechne zwar mit einer Verringerung des Produktivitätswachstums, diese sei aber nur vorübergehend, sagte Greenspan.

Die Produktivität - Leistung pro Arbeitsstunde - gilt als Schlüsselfaktor für die Entwicklung des Lebensstandards. Sie hatte sich in den USA zwischen 1973 und 1995 jährlich um etwas über ein Prozent erhöht. Seit 1995 hat sich diese Steigerung jedoch mehr als verdoppelt. Dies ermöglichte Unternehmen, die Gehälter zu erhöhen, ohne ihre Produkte zu verteuern. Während dieses Booms erhöhte die Notenbank mehrmals den Leitzins, um eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern und die Inflationsgefahr zu bannen. Die im vergangenen Sommer einsetzende Abkühlung der Wirtschaft veranlasste Greenspan dazu, den Zinssatz seit Januar in vier Schritten um insgesamt zwei Prozent zu senken, um eine Rezession abzuwenden.

Wolfensohn bleibt

Weltbankpräsident James Wolfensohn will sich nicht vorzeitig aus dem Amt drängen lassen. Er werde sein Mandat erfüllen, sagte er am Freitag in Washington. Wolfensohn ist seit 1995 im Amt. Sein Vertrag wurde vergangenes Jahr bis 2005 verlängert. In Washington verlautete diese Woche, die neue US-Regierung wolle den Weltbankpräsidenten loswerden, da er politisch zu weit links stehe.

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