Wirtschaft : US-Wirtschaft zieht an

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In den USA häufen sich die Anzeichen für ein baldiges Ende der Rezession. So ist das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2001 mit einer Jahresrate von 0,2 Prozent gewachsen, wie das US-Wirtschaftsministerium gestern in Washington mitteilte. Dieser Anstieg hat die meisten Experten überrascht. Sie hatten damit gerechnet, dass die Wirtschaftsleistung wie schon im dritten Quartal weiter abnehmen würde.

Für den Anstieg sind vor allem hohe Umsätze in der Automobilbranche verantwortlich. Autohersteller hatten nach den Terroranschlägen vom 11. September viele Kunden mit zinslosen Krediten zu einem Kauf bewogen. Die privaten Konsumausgaben sind im vierten Quartal deshalb mit einer Jahresrate von 5,4 Prozent gestiegen - so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Ausgaben des Staates sind mit 9,2 Prozent ebenfalls in die Höhe geschnellt. Der Hauptgrund hierfür sind hohe Kosten für die Bekämpfung des Terrorismus.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Das BIP könnte im vierten Quartal doch noch ins Minus rutschen. Vorerst bestätigt die positive Prognose jedoch den Trend, den am Vortag deutliche Zuwächse bei Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter sowie ein wachsendes Verbrauchervertrauen eingeläutet hatten. Analysten hatten daher damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Leitzinsen unverändert lassen würde. In ihrem Statement betonten die Fed-Gouverneure, die Aussichten auf eine konjunkturelle Erholung seien besser geworden.

US-Präsident George W. Bush hatte den Kongress am Dienstag Abend in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation aufgefordert, ein Konjunkturpaket zur Stimulierung der US-Wirtschaft zu verabschieden. "Mein Sicherheitsplan für die Wirtschaft lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Jobs", sagte Bush.

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