Wirtschaft : USA: Die Arbeitslosigkeit steigt stärker als erwartet

Die Lage am Arbeitsmarkt in den USA hat sich im April überraschend stark verschlechtert und erhöht Analysten zufolge die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung. Die Zahl der Stellen sei um 223 000 zurückgegangen nach minus 53 000 im Vormonat, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Analysten hatten dagegen mit einem Stellenzuwachs von 5000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote stieg unerwartet stark mit 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober 1998. Analysten sagten, die Zahlen hätten die Furcht vor einer Rezession wieder entfacht. Der Euro reagierte auf die Daten kurzzeitig mit einem Kursgewinn, die Aktienmärkte gaben nach.

Wie das US-Arbeitsministerium weiter mitteilte, kletterten die durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 14,22 Dollar. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg der Stundenlöhne um nur 0,3 Prozent gerechnet und eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent prognostiziert. "Es ist nur zwölf Mal seit 1950 passiert, dass wir zwei Monate hintereinander einen Stellenrückgang hatten. Bei acht von zwölf Malen ist es zu einer Rezession gekommen", sagte David Orr von First Union. Die Gefahr für eine Rezession in den USA nähme daher zu. Zum einen sei der Stellenrückgang unerwartet stark ausgefallen, andererseits seien die Löhne weiter gestiegen.

Die Finanzmärkte reagierten deutlich auf die Arbeitsmarktzahlen. Der Euro kletterte in der Spitze auf gut 0,90 Dollar, bröckelte dann im Verlauf jedoch wieder ab. Der Dax gab rund 100 Punkte auf 6004 Zähler nach. Die US-Regierung reagierte auf die neuesten Daten besorgt und hält nun eine Korrektur der Wachstumsrate von zwei Prozent nach unten für möglich.

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