USA : Fast unbegrenzte Möglichkeiten

Die USA gelten als eine der handelsoffensten Industrienationen der Welt. Der Wohlstand der führenden Volkswirtschaft beruht auf Freihandel und offenen Märkten. Doch die Vereinigten Staaten sind auf Importe angewiesen: Mit einem Loch in der Handelsbilanz von mehreren hundert Milliarden Dollar pro Jahr sind die USA von ausländischen Waren und Investitionen abhängig. „Um die eigene Produktion zu stärken, wird Industriepolitik vor allem auf Bundesstaatsebene betrieben“, sagt Carl-Ludwig Holtfrerich, Wirtschaftsexperte des Berliner John-F.-Kennedy-Instituts. In Louisiana gebe es beispielsweise eine neue Bestimmung, nach der Unternehmen, die im Hightech-Bereich investieren, mit bis zu fünfzigprozentigen Subventionen unterstützt würden.

Allerdings zeichnen sich gerade in den vergangenen Monaten verstärkt protektionistische Tendenzen ab. So scheiterten mehrere größere Übernahmen am Widerstand des US-Kongresses. Die arabische Hafengesellschaft Dubai Ports World (DP World) wollte beispielsweise im vergangenen Jahr das Geschäft an mehreren amerikanischen Häfen von einem britischen Unternehmen erwerben. Amerikanische Sicherheitsbedenken stoppten das Vorhaben.

Viele protektionistische Wirtschaftsmaßnahmen werden in Amerika seit dem 11. September sicherheitspolitisch begründet: Luftfracht und Schiffscontainer sollen in spätestens fünf Jahren vor der Einfuhr vollständig durchleuchtet werden. Das könnte hohe Kosten verursachen und Importe in die USA erheblich behindern. Vor unerwünschten Investitionen schützen sich die Amerikaner mit den „Exon-Florio“-Vorschriften, auf deren Grundlage ausländische Übernahmen oder Beteiligungen untersagt werden können, wenn sie die nationale Sicherheit bedrohen. jpe

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