Wirtschaft : USA schickt Gesandten nach Indonesien

Unklarheit über Dollar-Bindung JAKARTA (AFP).Die anhaltende Unsicherheit über die indonesische Währungspolitik hat am Dienstag den Aktienmarkt in Jakarta und die Landeswährung Rupie weiter unter Druck gesetzt.Während die Währungen der anderen asiatischen Staaten zulegten, sank die Rupie zunächst deutlich und konnte bis zum Handelsschluß nur einen Teil der Verluste wieder wett machen.Zuvor hatte der neue Zentralbankchef Sjaril Sabirin erklärt, sein Land lasse sich Zeit mit der geplanten festen Wechselkursanbindung der Rupie an den US-Dollar.Damit relativierte er Aussagen von Finanzminister Marie Muhammad vom Vortag, wonach Präsident Suharto trotz der Kritik aus dem Ausland an dem Plan festhalte, die Rupie über ein Currency Board an den Dollar zu binden. Unterdessen kündigte die US-Regierung die Entsendung des ehemaligen Vizepräsidenten Walter Mondale nach Jakarta an.Er soll am Sonnabend als "persönlicher Vertreter" von US-Präsident Bill Clinton nach Indonesien fahren und die indonesische Führung zur Umsetzung der mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgehandelten Wirtschaftsreformen bewegen.Die USA und die übrigen Mitglieder der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G 7) sind gegen das geplante Currency Board. Sabirin erklärte, Indonesien habe keine Eile mit der Anbindung der Rupie an den Dollar und werde eine solche Maßnahme gut vorbereiten."Wir wollen einen stabilen Wechselkurs auf einem bezahlbaren Niveau", sagte er.Die Regierung sei sich bewußt, daß das Ausland den Plänen skeptisch gegenüberstehe.Der IWF hatte mit seiner Kritik die Drohung verbunden, das ingesamt mehr als 43 Mrd.Dollar (mehr als 78 Mrd.DM) umfassende Hilfspaket zu stoppen.Die feste Bindung an den Dollar beinhaltet, daß das Land ausreichend Devisenvorräte haben muß, um auch bei Spekulationswellen gegen die Rupie den Wechselkurs sicherzustellen.An der Börse in Jakarta sanken die Aktienkurse am Dienstag um zwei Prozent.Börsenhändler erklärten, der Markt rechne weiter mit der Einrichtung eines Currency Boards.Die Rupie fiel von 9500 auf 9750 gegenüber dem Dollar und näherte sich damit der psychologisch wichtigen Grenze von 10 000, bei der die Zentralbank intervenieren will.Zum Handelsschluß stieg sie aber wieder auf 9550 Rupie pro Dollar. Im Gegensatz zur Rupie gewannen der thailändische Baht, der Singapur-Dollar und besonders die malaysische Währung Ringgit am Dienstag wieder an Wert.Im Falle Thailands begrüßten die Märkte weitere Fortschritte bei der Kooperation zwischen Regierung und dem IWF.Das Kabinett in Bangkok billigte am Dienstag einen Bericht an die Finanzorganisation, der den Weg für die Auszahlung weiterer Gelder freimachen soll.Darin räumt die Regierung ein, daß Thailands Wirtschaft in diesem Jahr erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder schrumpfen wird.Das Sozialprodukt werde um drei bis dreieinhalb Prozent sinken.Angesichts des Währungsverfalls geht die Regierung von einer Steigerung der Exporte um 6,2 Prozent auf umgerechnet 109 Mrd.DM aus.Die Importe dürften um 7,7 Prozent auf 103 Mrd.DM sinken.

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