USA : USA

Gewerkschaften in den USA haben eine andere Geschichte als in Europa. Ihre tragenden Organisationen stellten das Privateigentum an den Produktionsmitteln nie infrage. Sie vertraten, aufgeteilt nach Branchen, die Interessen der Facharbeiter-Mitglieder in Abgrenzung gegen Nichtorganisierte, Ungelernte und Einwanderer. Der Rückgang des produzierenden Gewerbes hat ihre Bedeutung in den vergangenen Jahrzehnten erheblich reduziert. 1955 waren 34 Prozent der Arbeiter in der Privatwirtschaft organisiert, heute sind es noch etwa sieben Prozent. Besondere Bedeutungsverluste erlitten die Gewerkschaften der Stahlarbeiter, der Fuhrleute („Teamsters“), der Eisenbahner und in jüngerer Zeit auch die United Auto Workers (UAW). Um deren Macht auszuweichen, werden neue Autofabriken nicht mehr in der Region um Detroit gebaut, sondern in den Südstaaten, wo es keine starke Gewerkschaft gibt. Der UAW gehören heute doppelt so viele Rentner wie arbeitende Mitglieder an. Die aktuellen politischen Konflikte betreffen die Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst. Republikanische Gouverneure versuchen deren Verhandlungsrechte zu beschneiden. Der Gewerkschaftsdachverband AFL/CIO betreibt deshalb in Wisconsin die Abwahl des Gouverneurs. cvm

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