Wirtschaft : Uschi Glas verliert endgültig gegen die Stiftung Warentest

Berliner Kammergericht weist Berufung ab: Tester dürfen Hautcreme „mangelhaft“ nennen / Schwacher Verbraucherschutz in Berlin

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Berlin - Der Rechtsstreit um eine von der Schauspielerin Uschi Glas vermarktete Hautcreme ist endgültig zu Gunsten der Stiftung Warentest entschieden. In einem einstimmigen Beschluss wies das Berliner Kammergericht eine Berufung der Herstellerfirma wegen „mangelnder Aussicht auf Erfolg“ zurück. Die Uschi- Glas-Schönheitspflege darf damit von der Stiftung Warentest weiter „mangelhaft“ genannt werden. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Der Hersteller der „Uschi Glas Hautnah Face Cream“, 4-S-Marketing, hatte die Stiftung Warentest auf Unterlassung und Schadenersatz verklagt, weil diese die Creme im April 2004 mit „mangelhaft“ bewertet hatte. Der Grund war die schlechte Verträglichkeit der Creme, bei deren Benutzung sieben von 29 Probandinnen über Rötungen, Pusteln oder Schuppen geklagt hatten. Im April 2005 gewann die Stiftung einen ersten Prozess beim Landgericht Berlin. Die Herstellerfirma legte daraufhin Berufung ein, die nun zurückgewiesen wurde. „Der Prozess ist endgültig zu unseren Gunsten entschieden“, sagte Werner Brinkmann, Vorstand der Stiftung Warentest.

Insgesamt testete die Stiftung im vergangenen Jahr 215 Warengruppen. Die größte Auflage erzielte die Zeitschrift „Test“ im Oktober mit einem Vergleich von Olivenölen: 210 000 verkaufte Exemplare am Kiosk waren das beste Ergebnis seit 1978. Neun von 26 Ölen erhielten die Bewertung „mangelhaft“. Kritisch sieht die Stiftung auch Schnäppchenangebote bei Discountern. Zum Teil sei die Ware „hochgradig belastet mit polyzyklischen aromatischen Kohlenstoffen (PAK)“, sagte Brinkmann. Bei Computern und Fitnessgeräten bekomme der Kunde nur in 24 Prozent der Fälle „gute Qualität zu einem günstigen Preis“.

Insgesamt gibt es beim Verbraucherschutz große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Das geht aus einer Studie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hervor. Demnach führt Brandenburg gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern, während Berlin seit Jahren im Mittelfeld herumdümpelt. Bei der Lebensmittelüberwachung schnitt die Hauptstadt miserabel ab. Bundesweit erzielten nur Schleswig-Holstein und NRW noch schlechtere Ergebnisse. vzbv-Chefin Edda Müller appellierte an die Länder, dass Verbraucherschutz nicht zum Nulltarif zu haben sei. awm/pet

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