Wirtschaft : Vattenfall baut den Konzern um

Heike Jahberg

Berlin - Der Energieversorger Vattenfall Europe strukturiert sein Geschäft um, will aber keine Arbeitsplätze streichen. Bis zum Jahr 2009 soll das Geschäft in sieben neue Gesellschaften – Wärme, Vertrieb, Bergbau, Erzeugung, administrative Serviceleistungen, Netz- und Kundenservice – gegliedert werden, sagte Konzernsprecherin Geraldine Schroeder am Freitag abend dem Tagesspiegel.

Die Firmennamen Vattenfall Europa Hamburg (früher Stadtwerke Hamburg) und Vattenfall Europe Berlin (früher Bewag) sollen verschwinden. In Berlin soll unter anderem der Sitz des Wärmegeschäfts sein. Mit der Neuorganisation will der Energieversorger im Laufe des kommenden Jahres beginnen, bis zum Jahr 2009 soll der Prozess abgeschlossen sein.

Mitarbeiter müssten nicht befürchten, ihre Stellen zu verlieren, Gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen oder an andere Standorte versetzt zu werden, sagte die Sprecherin. „Mit der Umstrukturierung vollziehen wir nur das nach, was wir bereits seit Jahren leben“, betonte Schroeder. Der Versorger, der im Sommer mit Preiserhöhungen für seinen Strom Tausende Kunden in Berlin und Hamburg verschreckt hatte, will mit der kleineren, schlankeren, dezentralen Struktur schneller werden und sich besser gegen Wettbewerber durchsetzen können. „Berlin ist der härteste Strommarkt in ganz Deutschland“, räumte die Sprecherin ein.

„Die Maßnahme ist aber kein Kostensenkungsprogramm“, betonte Schroeder, „das haben wir bereits hinter uns“. Bei der Neuorganisation gehe es nicht darum, Personalausgaben zu senken. Auch ein Stellenabbau stehe nicht zur Debatte: „Wir haben betriebsbedingte Kündigungen per Tarifvertrag bis zum Jahr 2012 ausgeschlossen“, erklärte Schroeder. Vattenfall Europe beschäftigt derzeit insgesamt 20 000 Mitarbeiter, darunter knapp 5000 in Berlin. Heike Jahberg

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