Wirtschaft : Vattenfall bezahlt Expansion mit hohen Schulden Neue Europa-Holding in Berlin

nimmt Ende August die Arbeit auf

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Berlin (fo). Der schwedische Energiekonzern Vattenfall, die so genannte „dritte Kraft“ auf dem deutschen Strommarkt, hat für das erste Halbjahr gute Zahlen vorgelegt. Das Betriebsergebnis stieg um 52 Prozent auf 7,76 Milliarden Kronen. Das entspricht 840 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 57 Prozent auf 49,8 Milliarden Kronen (5,4 Milliarden Euro). Hauptgrund sind die Zukäufe in Deutschland: Nach der Hamburger HEW und den ostdeutschen Unternehmen Veag und Laubag wird seit Februar auch die Berliner Bewag in die Bilanz einbezogen. Ein Vergleich der Zahlen mit Vorjahresperioden ist daher nicht möglich. Vattenfall AB ist nicht börsennotiert, Bewag- und HEW-Aktien werden dagegen gehandelt. Der Anteil freier Aktionäre ist jedoch gering.

Den Großteil seines Stromgeschäfts macht Vattenfall inzwischen außerhalb des Stammlandes Schweden. Mit 56 Terrawattstunden bestreitet allein Deutschland knapp die Hälfte des gesamten Stromverkaufs im erste Halbjahr. Deshalb wird auch die künftige Vattenfall Europe, gebildet aus Bewag, HEW, Laubag und Veag, ihren Sitz in Berlin haben. Ende August soll die neue Europa-Holding ihre Tätigkeit aufnehmen. Vattenfall-Chef Lars Josefsson zeigte sich anlässlich der Präsentation des Zwischenberichts am Mittwoch zufrieden, „dass wir während der starken Expansionsphase eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses und des Gewinns erzielen konnten“. Die Fusion der vier deutschen Unternehmen verlaufe zudem planmäßig.

Allerdings führt die Expansion der Schweden auch zu außergewöhnlichen Belastungen. Die Netto-Verschuldung lag per 30. Juni bei 72 Milliarden Kronen (knapp 7,8 Milliarden Euro), das Eigenkapital nur bei 41 Milliarden Kronen (4,4 Milliarden Euro). Vattenfall muss also in den kommenden Jahren gut verdienen, um den Schuldenberg abzutragen.

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