Vattenfall-Projekt : Streit um Hamburger Kohlekraftwerk

Die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen Hamburg sind gerade gestartet, da hat sich schon ein Thema herauskristallisiert: Das geplante Kohlekraftwerk in Moorburg.

HamburgDer Energiekonzern Vattenfall Europe und die Hamburger Industrie machten sich für das umstrittene Projekt stark. CDU-Fraktionschef Frank Schira wies im Radiosender RBB Berichte zurück, wonach die CDU für die Elbvertiefung auf den Bau des Kraftwerkes verzichten wolle. Für den Grünen-Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer dagegen ist das Kraftwerk koalitionsentscheidend.

Bei der Bürgerschaftswahl vor drei Wochen hatte die bis bislang alleinregierende CDU von Bürgermeister Ole von Beust ihre absolute Mehrheit verloren. Sie strebt nun ein Bündnis mit den Grünen (GAL) an. Es wäre die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene. In der ersten Runde standen die Bereiche Haushalt/Finanzen, Kultur und Sport auf dem Programm. Die Verhandlungen sollen bis zum 4. April dauern.

Vattenfall-Vorstand Hans-Jürgen Cramer sagte dem "Hamburger Abendblatt", zu Moorburg gebe es "keine Alternative". Es sei das beste Kraftwerk, das derzeit in Europa geplant werde. Vattenfall erwarte in den nächsten Tagen die Genehmigung für die zwei Milliarden Euro teure Investition, weil alle Auflagen erfüllt seien. Der Konzern habe bereits mehrere hundert Millionen Euro investiert.

Dagegen sagte Bütikofer dem Sender n-tv: "Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es eine grüne Regierungsbeteiligung gibt, die zu Moorburg ja sagt." Der Versuch, das Kraftwerk durchzusetzen, wäre "gleichbedeutend mit einer Sabotage dieser Verhandlungen". (kj/dpa)

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