Wirtschaft : Vattenfall soll neue Struktur bekommen Schwedische Mutter will auch Vorstand umbauen

Berlin - Die Spitze der deutschen Vattenfall Europe AG soll sich neu formieren. Neben der Neubesetzung des Chefpostens – wie berichtet soll Tuomo Hatakka den gegenwärtigen Vorstandssprecher Hans-Jürgen Cramer ersetzen – plant Aufsichtsratschef Lars Göran Josefsson weitere Änderungen. Der bislang aus fünf Personen bestehende Vorstand könnte auf drei verringert werden, erfuhr der Tagesspiegel aus Unternehmenskreisen.

Am 7. Dezember soll sich der 20-köpfige Aufsichtsrat mit Josefssons Plänen befassen. Josefsson ist Chef der schwedischen Vattenfall AB, der Mutter des deutschen Energiekonzerns.

Dem Vernehmen nach hat Josefsson bereits vor Wochen Cramer und Hatakka aufgefordert, eine Lösung zu finden, die eine Zusammenführung der deutschen und der polnischen Aktivitäten von Vattenfall vorsieht und dabei die Zuständigkeiten einvernehmlich regelt. Offenbar verständigten sich Cramer und Hatakka, der Chef der polnischen Vattenfall, auf folgendes Modell: Cramer wird Vorstandschef der gewissermaßen deutsch-polnischen Gesellschaft und Hatakka als zweiter Mann zuständig für alle operativen Unternehmensbereiche. Josefsson soll diesen Vorschlag der beiden Spitzenmanager abgelehnt und darauf bestanden haben, dass Hatakka „business head“ wird, also Chef. Angeblich will der 57-jährige Josefsson, der voraussichtlich 2010 in den Ruhestand geht, den Finnen Hatakka als seinen Nachfolger aufbauen.

Am vergangenen Dienstag hatte sich Hatakka in Berlin dem Präsidium des Aufsichtsrats vorgestellt. Dem Gremium gehören neben Josefsson und seinem Stellvertreter, dem Verdi-Vorstand Gerd Herzberg, für die Kapitalseite ferner Guiseppe Vita, der frühere Schering-Chef, und der Anwalt Otto Majewski an. Für die Arbeitnehmerbank sitzen noch IG BCE-Vorstand Ulrich Freese sowie Vattenfall-Betriebsratschef Rainer Kruppa im Aufsichtsratspräsidium. alf

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