Wirtschaft : Vattenfall: Wir waren pünktlich Versorger weist Kritik an Preisinformation zurück

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Berlin - Der Berliner Energiekonzern Vattenfall wehrt sich gegen Behauptungen, er habe viele Kunden zu spät über die zum 1. Januar anstehende historisch starke Strompreiserhöhung um fast 13 Prozent informiert. Am Freitag lehnte der Versorger jede Verantwortung für die entstandene Kundenverwirrung ab und verschickte einen offenen Brief an die Verbraucherzentrale Hamburg, um seine Rechtsauffassung darzulegen.

Deren Chef Günter Hörmann hatte tags zuvor als erster prominenter Verbraucheranwalt behauptet, dass Vattenfalls Preiserhöhung unwirksam sei, da viele Kunden erst nach dem vergangenen Dienstag informiert worden waren. Diese sollten daher Einspruch einlegen und nur den alten Preis zahlen. Ähnlich äußerte sich Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Zwar bestehe ein Risiko, dass Vattenfall Kunden verklage, allerdings sei ein solches Vorgehen durch die Rechtsprechung gedeckt.

Juristen streiten nun über die Auslegung von Paragraph 5, Absatz 2 der sogenannten Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV). Diese sieht vor, dass Versorger eine Preiserhöhung sechs Wochen vorher bekannt machen müssen. Das wäre hier der 20. November. Das Unternehmen argumentiert, dass es die Öffentlichkeit einen Tag früher in Pressemitteilungen und Zeitungsanzeigen informiert habe und ebenfalls am 19. September Briefe an alle 2,3 Millionen Kunden verschickt habe. Diese haben die Briefe aber teilweise erst Tage später erhalten, was für Irritationen sorgte.

Die Verbraucherzentrale Berlin riet Kunden am Freitag davon ab, einen Rechtsstreit mit dem schwedischen Staatskonzern zu riskieren. Lieber sollte man zu einem anderen Stromversorger wechseln, hieß es. Kevin P. Hoffmann

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