Wirtschaft : Vattenfalls Gratwanderung

Dieter Fockenbrock

Wird es ein heißer Sommer? Immerhin geht es um die Zukunft von 20 000 Menschen - in Berlin, Hamburg und in Ostdeutschland. Es geht um die Frage, ob ihre Arbeitsplätze im nächsten Jahr noch an Ort und Stelle, vielleicht sogar ob sie überhaupt noch existieren. Wenn vier Unternehmen zu einem Neuen verschmolzen werden, ist Rationalisierung angesagt. .

Für den schwedischen Energiekonzern Vattenfall steht viel auf dem Spiel. Schafft er es, völlig verschiedene Unternehmenskulturen zu vereinen: ein ostdeutsches Bergbauunternehmen, einen Stromerzeuger aus Berlin (Ost) und zwei große, einst selbständige Stromversorger aus Hamburg und Berlin (West). Schließlich wollen die Schweden neben den Stromriesen RWE und Eon zur "dritten Kraft" in Deutschland aufsteigen. Da reicht es nicht, dieser bunten Ansammlung von eingekauften Firmen nur ein neues Dach zu verpassen.

Noch geht die Integration störungsfrei über die Bühne. In den Vorständen hat das große Stühlerücken längst begonnen, Veag und Laubag werden von ein- und demselben Management geführt, die Bewag-Führung ist fast komplett ausgetauscht. Nur bei der HEW in Hamburg hat sich noch nicht viel getan - das kommt vielleicht noch. Immerhin: Der wiederholte Versuch des Hamburger Senats, die künftige Holding des Konzerns in die Hansestadt zu locken, ist lautlos abgebügelt worden. Richtig spannend wird es aber erst, wenn die konkrete Personalplanung im Sommer vorliegt. Dass Bewag, Laubag und Veag schon kräftig Personal abgespeckt haben, wird keinen mehr interessieren. Eine Gratwanderung für Vattenfall.

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