VDA : Autoverband kommt nach Berlin

Der Verband der deutschen Automobilindustrie zieht mit 80 Mitarbeitern aus Frankfurt am Main weg. Die Automesse IAA soll aber bleiben.

Henrik Mortsiefer

Berlin - Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) zieht von Frankfurt am Main nach Berlin. Dies kündigte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Berlin an. „Wir wollten nicht von Frankfurt weg, sondern müssen unsere politischen und strategischen Aufgaben in Berlin bündeln“, sagte Wissmann auf dem VDA-Neujahrsempfang. Der Vorstand habe daher beschlossen, die Geschäftsstelle des VDA mit 80 Mitarbeitern in die Bundeshauptstadt zu verlegen.

Der VDA repräsentiert 600 Unternehmen der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer, die einen Umsatz von insgesamt 290 Milliarden Euro erwirtschaften. Wissmann ist seit 2007 VDA- Präsident. Das CDU-Mitglied war früher Bundesverkehrsminister. Schon nach seiner Amtsübernahme war über einen VDA-Umzug nach Berlin spekuliert worden. Seit dem Jahr 2000 hat der VDA bereits seinen juristischen Sitz in Berlin und ist mit einem Büro in der Stadt vertreten – früher in Schmargendorf und seit wenigen Wochen am Gendarmenmarkt. Der VDA verstehe sich als Verband, der die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik überzeugend zum Ausdruck bringen müsse, begründete Wissmann die Standortverlegung. Derzeit werde mit dem Betriebsrat über die Details des Umzugs verhandelt, sagte ein VDA-Sprecher. Die Entscheidung umzuziehen sei „aus der Mitte des VDA-Vorstands“ heraus getroffen worden.

Der Vorläuferverband des VDA, der Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller (VDMI), war 1901 in Eisenach gegründet worden und in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Berlin umgezogen. Dort benannte er sich in Reichsverband der Automobilindustrie (RDA) um. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Vereinigung nach Frankfurt am Main und benannte sich in VDA um.

In den 90er Jahren hatte die damalige VDA-Präsidentin Erika Emmerich für einen Umzug des Verbandes nach Berlin plädiert. Auch die vom VDA veranstaltete Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) wollte Emmerich an die Spree holen. Dies scheiterte unter anderem an Platzproblemen auf dem Messegelände. „Frankfurt bietet ideale Voraussetzungen für die IAA“, sagte am Mittwoch der VDA-Sprecher. Bis 2011 liefen die Verträge mit der Messe Frankfurt. Die erste IAA hatte 1897 im Berliner Hotel Bristol stattgefunden.

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