Wirtschaft : Veag-Übernahme: Die Vereinigten Energiewerke kritisieren KWK-Quote

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Hamburgischen Electricitäts-Werke HEW aufgefordert, die Arbeitsplätze in der ostdeutschen Braunkohle- und Energieindustrie zu erhalten. Die Bundesregierung werde die Verstromung der Kohle weiterhin unterstützen, erklärte der Kanzler am Freitag auf einer gemeinsamen Betriebsversammlung des Tagebaubetreibers Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) und der Vereinigten Energiewerke AG (Veag) im brandenburgischen Jänschwalde. HEW übernimmt Veag und Laubag.

Schröder plädierte dafür, auch den Berliner Energieversorger Bewag und die Mitteldeutsche Braunkohle AG (Mibrag) in den Verbund aufzunehmen. Schon mit der Übernahme von Veag und Laubag wird HEW, deren Aktienmehrheit der schwedische Energieriese Vattenfall hält, zur vierten großen Kraft auf dem deutschen Strommarkt. In den Verträgen zum Anteilskauf, die noch vom Bundeskartellamt und dem Wirtschaftsministerium genehmigt werden müssen, solle die HEW den Braunkohlekraftwerken die Abnahme von jährlich 50 Terawattstunden Strom garantieren, erklärte Schröder.

Mit ihren 20 000 Arbeitsplätzen sei die Braunkohle in Ostdeutschland einer der wichtigsten Arbeitgeber, sagte der Kanzler. Deshalb werde die Bundesregierung den Abbau dieses Energieträgers auch weiterhin unterstützen. Der Veag-Betriebsrat kritisierte allerdings die Förderung alternativer Energieträger und das Bestreben der Bundesregierung, den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei der Energieerzeugung zu verdoppeln. Dies dürfe nicht zu Lasten der Braunkohle gehen, erklärte Betriebsratschef Dietmar Averdick. HEW hatte am Mittwoch mitgeteilt, für 2,9 Milliarden Mark die Anteile der Energiekonzerne RWE und Eon an Veag und Laubag zu übernehmen.

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