Wirtschaft : Veba: Erfolgreiche Entschlackungskur - Verkäufe spülten Milliarden in die Kasse

Die Düsseldorfer Veba AG ist mit rund 84 Milliarden Mark (43 Milliarden Euro/1998) Umsatz und 116 700 Beschäftigten das viertgrößte deutsche Industrieunternehmen. Neben seiner traditionsreichen Stromsparte (PreussenElektra) war der Mischkonzern bisher in den Bereichen Chemie (Degussa-Hüls), Öl und Logistik, Immobilien und Telekommunikation aktiv. Wie Viag ist auch Veba dabei, die Geschäftsbereiche zu straffen.

In den Bereichen Energie und Chemie hat sich der Konzern in den vergangenen Jahren mit Zukäufen und Beteiligungen gestärkt. 1997 erzielte der Konzern mit 2,8 Milliarden Mark noch den bis dahin höchsten Überschuss, geriet dann aber ein Jahr später unter Druck. Die Konzerngewinne schrumpften auch wegen hoher Verluste in der Telekommunikation und bei einem US-Halbleiterproduzenten. Der gemeinsam mit RWE unternommene Ausflug in die Telekommunikation erfüllte nicht die Erwartungen.

Im vergangenen Jahr trennte sich Veba von der verlustreichen Festnetzgesellschaft o.tel.o. Außerdem verkaufte sie ihre Anteile an der britischen Telekom-Firma Cable & Wireless und - mit Blick auf eine Fusion mit Viag - die am Mobilfunkbetreiber E-Plus. Die Verkäufe spülten mehrere Milliarden Mark in die Konzernkasse und ließen das 99er Ergebnis wieder glänzen. Mit mehr als 400 000 Aktionären gehört Veba zu den größten Publikumsgesellschaften in Europa.

Der Veba-Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann ist sich sicher, dass der Konzern aus der Fusion mit der Viag gestärkt hervorgehen wird. "Wir rechnen nicht mit einer feindlichen Übernahme, wenn wir alle Wertpotenziale heben", sagte Hartmann. Das 99er Rekordergebnis biete eine starke Ausgangsbasis für den Zusammenschluss. Hartmann wird den neuen Konzern gemeinsam mit seinem Viag-Kollegen Wilhelm Simson gleichberechtigt leiten.

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