Wirtschaft : Veba stößt Beteiligung an Cable & Wireless ab

DÜSSELDORF (dw/dri/tor/HB).Die Veba AG hat ihre Beteiligung an der britischen Telefongesellschaft Cable & Wireless für 5,1 Mrd.DM verkauft.Unter dem Strich erzielte der deutsche Mischkonzern damit einen Buchgewinn von 2,6 Mrd.DM, nachdem das 10,2-prozentige Aktienpaket erst im Herbst 1995 für 2,5 Mrd.DM übernommen wurde.Vorstandschef Ulrich Hartmann sagte, "der erfolgreiche Verkauf liegt auf der Linie der Veba-Strategie, sich von nicht notwendigen Beteiligungen zu trennen".Auswirkungen auf die Veba-Beteiligung am deutschen Fernsprechunternehmen Otelo gibt es nach Aussage von Konzernsprechern nicht.

Tatsächlich werde es für Otelo leichter, erklärte ein Unternehmenssprecher am Montag gegenüber dem Tagesspiegel.Es sei günstig, im internationalen Telefon-Geschäft nun nicht mehr allein auf Cable &Wireless angewiesen zu sein: Leitungskapazitäten könnten nun möglicherweise sogar günstiger von anderen Wettbewerbern angemietet werden."Für den Erfolg im internationalen Geschäft ist ein internationaler Partner nicht unbedingt notwendig", sagte Veba-Sprecher Josef Nelles.Allerdings werde man mit Cable & Wireless - wie mit anderen Anbietern auch - weiterhin zusammenarbeiten.

Veba und Cable &Wireless kooperierten seit 1995 im Telefon-Geschäft.Im Februar 1997 änderte der britische Konzern jedoch seine Geschäftsstrategie: Um sich künftig ganz auf den Kern-Markt Großbritannien zu konzentrieren, stießen Cable &Wireless ihre Beteiligung an der ehemaligen Vebacom ab.Veba gründete zusammen mit dem Düsseldorfer Energieriesen RWE den Telefon-Anbieter Otelo.Das Engagement an Cable & Wireless betrachtete die Veba seitdem nach eigenen Angaben "als reine Finanzbeteiligung."

Die Veba AG veräußerte das Aktienpaket nach einem Auktionsverfahren zwischen Investmentbanken an die ABN AMRO Rothschild.Die Bank teilte mit, sie habe die Aktien an institutionelle Anleger weitergegeben.Der überraschende Verkauf führte an der Londoner Börse zu einem Kursrutsch.Bis zum Mittag brach die Notierung von C & W um neun Prozent ein.Analysten zeigten sich verblüfft über den Discount von mehr als elf Prozent gegenüber dem Schlußkurs vom vergangenen Freitag.Offenbar hatte keiner der großen Telekom-Konzerne Interesse an dem Aktienpaket, so daß der Veba nichts anderes übrigblieb, als ihre C & W-Beteiligung billig abzustoßen.Veba war der größte Anteilseigner von C & W.

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