Wirtschaft : Venture Capital Kongress: Neuer-Markt-Absturz belastet Risikokapital

bfr

Der Kursabsturz und der Vertrauensverlust am Neuen Markt geht auch an den Risikokapitalgebern nicht spurlos vorüber. Das Umfeld sei schwieriger geworden, aber der langfristige Aufwärtstrend in der Branche werde dadurch nicht gefährdet, so lautete der Tenor auf dem ersten Berliner Venture Capital Kongress. Dort warben am Dienstag zahlreiche kapitalsuchende Unternehmen mit ihren Geschäftsideen um Eigenkapital und knüpften erste Kontakte zu Kapitalgebern und Beratern. Knapp 40 Unternehmen, VC-Geber und -Institutionen nahmen teil, Mitveranstalter war das Existenzgründer-Institut Berlin eV. "Der Neue Markt ist noch lange nicht am Ende", sagte Thomas Stewens, Geschäftsführer bei der Concord Effekten AG. Die Regeln müssten sich aber ändern. Viele hätten sich zu sehr auf Story und Fantasie bei den Unternehmen konzentriert, nun müsse man wieder die Fundamentalbewertung in den Vordergrund rücken. Insgesamt finde derzeit eine gesunde Marktbereinigung am Neuen Markt statt. Der Ausleseprozess werde auch an den VC-Gesellschaften nicht vorübergehen, mindestens die Hälfte der VC-Geber werde in zwei Jahren nicht mehr am Markt sein, prognostizierte Stewens. Von einigen kleineren VC-Gesellschaften seien bereits Klagen zu hören. Profitieren würden von der Auslese in erster Linie größere und solche VC-Gesellschaften, die Kernkompetenzen aufwiesen, erklärte Michael Stallmann, Vorstand bei TFG Venture Capital. Berlin sei neben München und Hamburg eines der drei Kernzentren für Technologie in Deutschland mit weiterhin sehr guten Aussichten. Das Klima für junge Unternehmen und Risikokapitalgeber in der Hauptstadt sei gut.

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