Verband forschender Arzneimittelhersteller : "Mehr Geld für Medikamente benötigt"

Eine Studie im Auftrag des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller behauptet, dass chronische Krankheiten durch eine besser Medikamentenversorgung die Volkswirtschaft weniger belasten würden

von

Berlin - Asthma, Rheuma, schwere Lungenerkrankungen oder Herzinsuffizienz: Solche chronischen Krankheiten richten einen volkswirtschaftlichen Schaden an, weil sie häufiges Fehlen im Beruf oder Arbeitsunfähigkeit hervorrufen. Dass diese Schäden durch eine bessere Medikamentenversorgung zu einem Großteil vermeidbar wären, behauptet eine für den Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) erstellte Studie. Dafür wurden die Daten von neun Millionen Versicherten zweier gesetzlicher Krankenversicherungen ausgewertet.

Durch eine „optimierte Versorgung“ der Kranken könnten die Arbeitsunfähigkeitstage deutlich reduziert werden, bei Asthma zum Beispiel um bis zu 76 Prozent. Dadurch könnte laut Studie ein Produktivitätsverlust von 213 Millionen Euro vermieden werden. Dagegen stünde ein zusätzlicher Aufwand für die bessere Versorgung von rund 20 Millionen Euro. Beim Rheuma läge der vermiedene Verlust durch weniger Fehltage bei knapp 100 Millionen Euro, die Kosten für die verbesserte Versorgung bei rund acht Millionen Euro. Für alle vier untersuchten Krankheiten errechnet die Studie Einsparungen in Höhe von 360 Millionen Euro gegenüber Kosten von knapp 35 Millionen Euro.

Ein signifikanter Anteil chronisch kranker Menschen in Deutschland werde noch nicht so versorgt, wie es die Leitlinien für Ärzte vorsähen, teilte der VFA am Mittwoch in Berlin mit.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hält dagegen: „Nach unseren Erkenntnissen behandeln die deutschen Ärzte leitliniengerecht“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben