Wirtschaft : Verband hilft Volksbank bei Übernahme der Berliner Bank

Sebastian Bickerich

Berlin - Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wollen die Berliner Volksbank bei der geplanten Übernahme der Berliner Bank finanziell unterstützen. „Die Verbundunternehmen müssen prüfen, inwieweit sie die Berliner Volksbank begleiten können“, sagte Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Volksbanken (BVR), am Montag in Berlin und stellte sich damit erstmals hinter die Übernahmepläne. In dem geplanten Kauf stecke „Potenzial für die Partner im Verbund“. Pleister schloss aber aus, eine Übernahme aus der so genannten Sicherungseinrichtung, der Notreserve des Finanzverbundes, zu unterstützen. Zudem erwarte er, dass die Berliner Volksbank auch nach einem etwaigen Kauf weiterhin ihren so genannten Besserungsschein bediene – eine Art Schuldschein in Höhe von 250 Millionen Euro des Verbandes. Er hatte die in den neunziger Jahren in die Krise geratene Bank seit 1999 mit rund 1,5 Milliarden Euro unterstützt.

Dem Vernehmen nach sind neben der Berliner Volksbank auch die Mittelbrandenburgische Sparkasse, die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank sowie ausländische Investoren an der Berliner Bank interessiert. Im Gegenzug für den Erhalt von Beihilfen musste sich der bisherige Eigentümer, die Bankgesellschaft Berlin, von der Berliner Bank trennen. 2005 hatte die Bankgesellschaft aus dem gleichen Grund bereits die Weberbank an die WestLB verkauft.

Trotz der schwachen Binnenkonjunktur konnten die Genossenschaftsbanken bundesweit ihr Geschäft 2005 ausbauen. Die addierte Bilanzsumme der 1290 Institute stieg um 2,5 Prozent auf 591 Milliarden Euro, sagte BVR-Präsident Pleister. Nach Steuern erzielte der Verbund damit einen Überschuss von 1,6 Milliarden Euro (plus 8,7 Prozent). Das Kreditvolumen stieg im vergangenen Jahr leicht um 1,7 Prozent auf 354 Milliarden Euro.

Pleister, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der zum genossenschaftlichen Finanzverbund gehörenden DZ-Bank ist, regte die Mitgliedsbanken zudem an, an die Börse zu gehen. „Da schlummert viel ungenutztes Kapital“, sagte er und verwies auf erfolgreiche Börsengänge vergleichbarer Banken in Frankreich und Österreich. Die DZ-Bank als „Allfinanzdienstleister“ sehe er dabei „besonders gut aufgestellt“.

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