Wirtschaft : Verband sieht die Beschäftigung weiter stabil

Die deutsche Autoindustrie hat im Oktober kräftig bremsen müssen, erwartet aber für das Gesamtjahr ein ähnlich hervorragendes Ergebnis wie 1998. Auch für 2000 sei kein Einbruch in Sicht, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Dienstag in Berlin. Die Beschäftigung werde stabil bleiben. Sofern Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen seien, würden sie mit Ausstattungsverbesserungen einhergehen. Der manchmal befürchtete Rückschlag der Autokonjunktur sei 1999 nicht eingetreten. Bis Ende Oktober wurden knapp 4,7 Millionen Kraftfahrzeuge hergestellt, womit das hohe Vorjahresniveau erreicht wurde. Die Pkw-Ausfuhr expandierte in den ersten zehn Monaten um sechs Prozent. Die Zahl der Neuzulassungen stieg um drei Prozent. Die Auftragseingänge überschritten im Oktober das Vorjahresergebnis um vier Prozent.

Im Oktober lag die Autoproduktion dagegen um zwölf Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Exporte schrumpften um sechs Prozent, die Zahl der Neuzulassungen um acht Prozent. Der Wettbewerbsdruck nehme weiter zu, sagte Gottschalk, ebenso die Kluft zwischen der höchst befriedigenden Mengenentwicklung und der schwierigen Erlössituation. Der Rückgang des japanischen Marktanteils in Deutschland auf 10,7 Prozent werde nicht von Dauer sein. Die japanischen Autohersteller seien zum Teil sehr gut durch die Asienkrise gefahren. Für sie entfielen von 2000 an zudem alle Exportbeschränkungen in die EU.

Gottschalk kritisierte die Politik der Bundesregierung. Es sei schwer verständlich, dass jetzt eine Verlängerung der Abschreibungsfristen angestrebt werde. Die bis 2003 vorgesehenen fünf Mineralölsteuererhöhungen bedeuteten einen Aderlass vor allem für Pendler und Bewohner ländlicher Regionen. Mit dem vom Bundeskabinett verabschiedeten Verkehrsinvestitionsprogramm 1999 bis 2002 erfolgten falsche Weichenstellungen, weil weniger Geld für Fernstraßen zur Verfügung gestellt werden solle. Mit ihrem Prinzip, Schiene und Straße Finanzmittel in gleicher Höhe zuzuweisen, habe sich die Koalition von einer an Bedarf und Wirtschaftlichkeit orientierten Investitionspolitik verabschiedet, sagte Gottschalk. Die deutschen Pkw-Hersteller dürften nach Schätzungen des VDA in diesem Jahr 8,35 Millionen Wagen herstellen. Davon entfallen 3,05 Millionen auf die Produktion im Ausland. Die deutsche Pkw-Ausfuhr dürfte mit 3,4 Millionen Fahrzeugen um vier Prozent zulegen.

mwb BERLIN. Die deutsche Automobilkonjunktur kühlt im Herbst etwas ab. Im Oktober fertigten die deutschen Autohersteller mit 508300 Fahrzeugen 12% weniger als ein Jahr zuvor. Der Export ging um 6% und die Neuzulassungen um 8% gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Die Auftragseingänge erhöhten sich dagegen um 4%.

Dennoch habe die Automobilproduktion nach den ersten zehn Monaten 1999 mit knapp 4,7 Mill. Fahrzeugen wieder "das hervorragende Ergebnis des Vorjahres erreicht, sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, bei der Eröffnung des von Bonn nach Berlin verlegten Hauptstadt- Verbindungsbüros. In den kommenden 14 Tagen werde auch der juristische Sitz des Verbandes nach Berlin verlegt, kündigte Gottschalk an.

Der von manchen Beobachtern befürchtete Rückschlag der Automobilkonjunktur sei nicht eingetreten, auch wenn sie erwartungsgemäß etwas an Fahrt verloren habe. Die Ausfuhren erhöhten sich in den ersten zehn Monaten um 6%, die Neuzulassungen im Inland um 3%. Dieser Wert werde aber im Gesamtjahr nicht erreicht, sagte Gottschalk. Bei der Produktion rechnet der VDA- Präsident wie im Vorjahr mit knapp 5,3 Mill. Einheiten, und bei den Neuzulassungen mit 3,8 Mill. Pkw. Davon gehen 3,4 Mill. Fahrzeuge in den Export, was einer Steigerung um 4% entspreche. Zusätzlich produzieren deutsche Hersteller 3,05 Mill. Fahrzeuge im Ausland. Dieser Anteil steige mit 9% überproportional. Aus der Auslandsproduktion kommen derzeit jährlich mit 460000 Fahrzeugen doppelt so viele Autos zurück nach Deutschland wie noch zu Beginn der 90er Jahre.

Für das kommende Jahr sieht der VDA-Präsident derzeit keine Anzeichen für ein abruptes Einbrechen der Autokonjunktur, sondern ein weiterhin hohes Niveau, wenn auch die Rekordjahre 1998 und 1999 kaum erreicht werden könnten. Auch der Export bleibe im Aufwärtstrend. Allerdings müssten die Hersteller mit einem dauerhaft verschärften Wettbewerb rechnen, der allerdings den Verbrauchern durch günstige Preise zu Gute komme. Der Rückgang des Marktanteils der Japaner von 13 auf 10,7% werde nicht von Dauer sein, da ab 2000 die Importbeschränkungen der EU entfielen.

Von der Politik forderte Gottschalk Zurückhaltung bei der geplanten Verlängerung der Abschreibungsfristen und weiteren Erhöhungen der Mineralölsteuern. Zudem seien die Kürzungen im Straßenbau die falsche Weichenstellung.

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