VERBRAUCH : Tricks im Labor

Deutsche Hersteller tricksen bei ihren Angaben zum Spritverbrauch und zu den CO2-Emissionen. Zwischen offiziell angegebenem und tatsächlichem Kraftstoffverbrauch klaffe eine Lücke von 25 Prozent, ergab eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Studie der Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation. „Die Kluft ist so groß wie noch nie“, heißt es in der Studie, für die die Daten von 500 000 Autos ausgewertet wurden. Ein durchschnittlicher Autofahrer zahlt demnach 300 Euro pro Jahr mehr für Sprit, als die Hersteller in der Werbung angeben. Alle Konzerne ermitteln den offiziellen Verbrauch ihrer Pkw in Testlabors – im sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Diese Testprozedur, bei der zum Beispiel Klimaanlage oder Heizung ausgeschaltet bleiben, soll künftig durch ein neues, realistischeres Verfahren, die sogenannte Worldwide Harmonized Light Vehicles Testprozedur (WLTP), ersetzt werden. Dies könnte die Hersteller zu höheren Verbrauchs- und CO2-Angaben zwingen. Der Autoverband VDA hatte unlängst in einem Brief an die Bundeskanzlerin davor gewarnt, dies könne die Industrie bei ihren Bemühungen, die CO2-Ziele der EU zu erreichen, zusätzlich unter Druck setzen. In dem Brief appelliert der VDA auch an die Bundesregierung, sich bei der EU für eine stärkere Anrechnung von Elektroautos („Supercredits“) einzusetzen, wovon besonders die deutschen Hersteller großer Fahrzeuge profitieren würde. Merkel hatte dies am Montag auf der Konferenz für Elektromobilität in Berlin zugesagt. Umweltverbände kritisierten dies am Dienstag in einem offenen Brief an die Kanzlerin scharf. Supercredits förderten nicht die Elektromobilität, sondern lediglich die Interessen von Daimler, BMW & Co. mot

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