Verbraucher : Gen-Reis in Baden-Württemberg entdeckt

Lebensmittelkontrolleure in Baden-Württemberg haben erstmals in Deutschland nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Reis nachgewiesen. Das Ministerium sieht "keine gesundheitliche Gefährdung".

Stuttgart - Wie das Agrarministerium mitteilte, wurden in vier Proben eines Reis-Erzeugnisses aus den USA gentechnische Veränderungen des Typs LL601 festgestellt. In drei Proben derzeit unbekannter Herkunft sei ebenfalls die Reissorte LL601 nachgewiesen worden.

Die Ware wurde nach Angaben einer Ministeriumssprecherin im Einzelhandel entdeckt. Ingesamt seien bisher 46 Proben von Reisprodukten abschließend untersucht worden. In 39 davon seien keine gentechnischen Veränderungen nachgewiesen worden.

Die betroffene Ware, die weder in den USA noch in der EU verkauft werden dürfe, sei umgehend aus dem Handel genommen worden, betonte das Ministerium. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei von "keiner gesundheitlichen Gefährdung" auszugehen, da in den Proben "nur geringe Anteile an gentechnisch verändertem Reis" gefunden wurden. Diese lägen unter 0,05 Prozent. Dies decke sich auch mit den bisher verfügbaren Informationen, wonach in den USA Verunreinigungen durch LL601 bei 6 von 10.000 Körnern festgestellt worden seien.

Bei den 39 unauffälligen Reisprodukten stammten sechs Proben aus den USA, die restlichen seien in Asia-Shops und China-Restaurants verwendet worden und überwiegend thailändischer, indonesischer oder japanischer Herkunft. Der Discounter Aldi-Nord hatte am Dienstag den aus den USA stammende Reis der Marke "Bon-Ri" aus seinen Regalen genommen, nachdem die Umweltschutzorganisation Greenpeace über Genmanipulationen berichtet hatte. (tso/ddp)

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