Wirtschaft : Verbraucher glauben nicht an den Aufschwung

Marktforschungsinstiut GfK: Konsumentenstimmung wieder schlechter – Tourismusindustrie ist trotzdem zuversichtlich

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Die Lust der Deutschen auf Konsum ist seit Jahresanfang wieder zurückgegangen. Schuld daran sei die Verunsicherung der Bürger darüber, wie sie in Zukunft finanziell dastehen werden, bilanziert die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrem aktuellen Konsumklimaindikator. Auf der einen Seite drücke die Gesundheitsreform und die Diskussion über Praxisgebühren die Stimmung. Zum anderen sei für viele Verbraucher noch nicht absehbar, wie stark die Entlastung durch die Steuerreform tatsächlich ausfällt. Insgesamt erwarteten sogar mehr Menschen niedrigere Einkommen. Außerdem wachse die Skepsis, ob es mit der Konjunktur in diesem Jahr tatsächlich wieder aufwärts geht.

Der GfKKonsumklimaindikator für Februar fiel daher von 5,3 auf fünf Zähler, der erste Rückgang seit dem April 2003. Besonders wenig Neigung zeigten Verbraucher, sich langlebige Güter wie Fernseher oder Kühlschränke zu kaufen. Der entsprechende Wert sank von minus 32,2 Punkten auf minus 41,7 Zähler. Das ist der niedrigste Wert seit Dezember 2002.

Immerhin geht es in der deutschen Tourismusindustrie wieder langsam aufwärts. Das ist das Ergebnis der Umfrage zur Wintersaison des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). „Geschäftserwartung und Investitionsbereitschaft ziehen wieder leicht an“, sagte August Ortmeyer, Abteilungsleiter für Dienstleistungen beim DIHK, am Mittwoch in Berlin. Der Optimismus sei jedoch etwas gedämpft. Nur bei den Reisebüros und -veranstaltern rechnen mehr Betriebe mit einem besseren Geschäft. In Hotellerie und Gastgewerbe gibt es noch jeweils eine leichte Mehrheit für die Pessimisten – gegenüber dem Vorjahr haben sich die Zahlen allerdings deutlich verbessert. Der DIHK-Tourismusexperte Armin Brysch sagte, auch für den kommenden Sommer seien bereits leicht anziehende Reiseausgaben zu registrieren. Von der wachsenden Reiselust könnten die meisten Regionen profitieren. So gehe es sowohl mit dem Urlaub in Deutschland aufwärts als auch mit Fernreisen. Allerdings schlägt sich die leichte Verbesserung noch nicht in neuen Arbeitsplätzen nieder. hop

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