Verbraucher : Gute und günstige Bitterschokoladen im Test

Bei Bitterschokoladen haben Lidl und Aldi die Nase vorn. Doch auch die Bio-Anbieter drängen auf den Markt.

Moritz Honert

Sie macht wach, baut Stress ab, soll Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen und auch noch glücklich machen: Glaubt man ihren Freunden, dann ist dunkle Schokolade ein Wundermittel. Wenig überraschend also, dass der Appetit der Deutschen auf die Süßware zunimmt. Zwar verkauft sich Milchschokolade immer noch besser, der Umsatz von Bitterschokolade stieg im Jahr 2006 jedoch um 23 Prozent im Vergleich zu 2005. Entsprechend groß ist das Angebot. Egal ob bitter, mild, sauer oder süß: die Geschmackspalette ist groß – die Qualitätsspanne ebenfalls.

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Bitterschokolade im Test (Grafik 2 von 2) -Grafik: Tsp

So lautet das Fazit eines Tests der Stiftung Warentest, die 25 Schokoladensorten mit einem Kakaoanteil von 60 bis 77 Prozent untersucht hat. Vergeben wurde acht Mal die Note gut, acht Mal befriedigend, acht Mal ausreichend und ein Mal mangelhaft. Wie schon bei der Milchschokolade (siehe Tagesspiegel vom 26. Oktober 2007) gilt auch bei der Bitterschokolade: Ein bekannter Name ist nicht gleichbedeutend mit einem guten Testergebnis. Auf den ersten drei Plätzen landeten die Sorten Moser-Roth, Fairglobe und J. D. Gross Ecuador, die über die Discounter Aldi beziehungsweise Lidl vertrieben werden. Mit Ausnahme der Fairglobe-Schokolade sind die Spitzenprodukte auch gleichzeitig unter den günstigsten Angeboten. Deutlich teurere Schokoladen wie die von Gubor oder Leysieffer landen mit dem Prädikat „ausreichend“ nur im hinteren Bereich.

 Für ein negatives Testergebnis waren jedoch weniger Geschmacksfehler ausschlaggebend, als vielmehr Kennzeichnungsmängel oder schlecht lesbare Aufdrucke. Was Geruch, Konsistenz und Mundgefühl anging, gab es durchweg gute Bewertungen. Nur zwei Sorten fielen negativ auf. Diese waren ausgerechnet die Edelmarken Côte d’Or und Hachez. Bei beiden bemängelten die Tester den „ranzigen Geschmack“, die Hachez-Schokolade erregte Missfallen durch ein „stark brennend-stechendes Mundgefühl“.

 Überraschend war ebenfalls: Alle vier getesteten Bio-Schokoladen landeten im letzten Drittel. Auch die als einzige mit der Note „mangelhaft“ bewertete Tafel ist ein Bioprodukt. In der mit 1,99 Euro pro 100 Gramm teuren Schokolade aus dem Hause Rapunzel stellten die Prüfer eine „extrem hohe Belastung“ mit Benzoapyren fest. Der Stoff, der auch beim Verbrennen von Tabak entsteht, kann Krebs erzeugen. Der Hersteller hat die Marke nach der Veröffentlichung der Testergebnisse vom Markt genommen. Andere Sorten des Hauses seien nicht betroffen, erklärte eine Sprecherin.

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Bitterschokolade im Test (Grafik 1 von 2) -Grafik: Tsp

In allen 25 überprüften Schokoladen fanden die Tester jedoch Cadmium. Die Belastung mit dem Schwermetall, das Nierenschäden verursachen kann, ist ein bekanntes Problem. Da viele Edelkakaosorten auf vulkanischen Böden wachsen, gelangt Cadmium über die Wurzeln in die Bohnen. Das Bundesministerium für Risikobewertung empfiehlt einen Höchstwert von 0,3 Milligramm pro Kilogramm.

Bei der Marke Tobago aus dem Berliner Hause Rausch lag er mit 0,45 Milligramm pro Kilo deutlich über diesen Empfehlungen. Die Firma maß zwar in einem eigenen Test nur eine Belastung von maximal 0,25 Milligramm, am Urteil änderte das jedoch nichts. Geschmeckt hat die Tafel den Testern trotzdem. „Befriedigend“ lautete deshalb das Gesamtergebnis.

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