Verbraucher : Wird Bier bald teurer?

Deutschlands Biertrinker müssen möglicherweise demnächst etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Brüsseler Behörde will die Bier-Abgabe um 1,2 Cent je Flasche erhöhen.

Brüssel - Grund für die mögliche Erhöhung ist die von der EU-Kommission in Brüssel vorgeschlagene Anhebung der Mindestabgaben auf alkoholische Getränke, die je nach Land und Getränk bis zu 31 Prozent betragen kann. Folgen die Regierungen wie erwartet dem Vorschlag, würde beispielsweise die Mindestabgabe für in Deutschland verkauftes Bier bis zum Jahr 2010 um 1,2 Cent je Halbliter-Flasche erhöht. Wieweit dieser Aufschlag an die Verbraucher weitergereicht wird, müssen Brauer und Getränkehandel selbst entscheiden.

Die EU-Regierungen hatten die Brüsseler Behörde im vergangenen Jahr aufgefordert, Vorschläge für eine Erhöhung der Mindestabgaben zu machen, weil diese Sätze seit 1992 nicht mehr der Teuerung angepasst worden waren. Für Bier, Getränke wie Sherry oder Portwein sowie für Spirituosen schlug die Kommission nun vor, die Abgaben zum 1. Januar 2008 um rund 31 Prozent anzuheben. Das entspricht der Inflation in der Zeit von 1993 bis 2005. Für Wein soll es auch künftig keinen Mindestsatz geben.

Übergangsfrist von zwei Jahren

In den meisten Mitgliedstaaten muss die Abgabe laut Kommission nicht erhöht werden, weil dort ohnehin schon höhere Sätze gelten als der EU-Mindestsatz. Das gilt für Deutschland im Falle von Port, Sherry und Spirituosen. Wo der national geltende Satz durch eine neue EU-Regelung jedoch um mehr als zehn oder sogar 20 Prozent steigen würde, soll es nach Vorschlag der Behörde eine Übergangsfrist von einem oder - wie im Falle bei Bier in Deutschland - zwei Jahren geben. Nach Berechnungen der Kommission soll die Abgabe bei Bier aber in keinem Mitgliedstaat um mehr als etwa einen Cent je Flasche steigen. Bei Port und Sherry erreichen die Aufschläge bei einigen Ländern demnach bis zu zehn Cent, bei Spirituosen bis zu 31 Cent je Flasche. Für kleinere Brauereien und Brennereien sollen die Mitgliedstaaten zudem ermäßigte Sätze beschließen können. (tso/AFP)

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