Verbraucher : Zusatzkosten bei der Buchung

Ob Flugzeug, Bus oder Bahn, beim Ticketkauf fallen häufig Zusatzkosten an. Wie lassen sich die vermeiden?

von und Janina Schreiber
Beim Ticketkauf für Flugzeug, Bus und Bahn fallen häufig Zusatzkosten an.
Beim Ticketkauf für Flugzeug, Bus und Bahn fallen häufig Zusatzkosten an.Foto: fotokalle Fotolia

Wer mit der Lufthansa verreisen will, muss sich künftig nicht nur darum sorgen, wohin er hinfliegt, sondern auch, wo er bucht. Bei manchen Buchungen erhebt die Lufthansa nämlich seit diesem Monat eine Zusatzgebühr von 16 Euro. Klingt nicht nach viel, sind aber beim Lufthansa-Basistarif von 89 Euro rund 18 Prozent Aufpreis. Wann fällt diese Gebühr an, und wie kann man sie umgehen?

Flug

Seit dem 1. September zahlen Lufthansa-Kunden die Extragebühr bei Buchungen über so genannte globale Vertriebssysteme (GDS). Drittanbieter wie Reisebüros oder Internetportale wie Swoodoo oder Flüge.de nutzen diese Systeme. Bei Bestellungen auf Lufthansa-eigenen Kanälen (Lufthansa-Website, Lufthansa-Ticket-Telefon, Schalter) gilt die Gebühr nicht. Die Lufthansa korrigiere nur ein Ungleichgewicht, sagt Vertriebschef Jens Bischof. Bisher musste die Airline dem GDS-Anbieter pro Buchung 16 Euro zahlen, jetzt soll das der Reiseanbieter übernehmen. Die aber geben den Aufpreis an die Kunden weiter.

Die Lufthansa-Töchter Swiss, Austrian und Brussels Airlines haben ebenfalls eine GDS-Gebühr eingeführt, andere Airlines prüfen, ob sich ein solcher Schritt für sie lohnt. Die neue GDS-Gebühr ist jedoch nicht die einzige Gebühr, die bei Buchungen anfällt. Je nachdem, ob man per Telefon, online oder am Schalter kauft, ändern sich die Kosten. Wann die Gebühren anfallen und wie hoch sie ausfallen, ist je nach Airline unterschiedlich. So erheben einige Airlines, wie etwa Ryanair, Turkish, Germanwings und Air Berlin eine Gebühr auf telefonische Buchungen.

Auch die Buchung am Schalter kostet bei den vier Airlines 20 Euro Aufpreis. Bei der Lufthansa sind es auf Kurz- und Mittelstrecken 30 Euro, auf Langstrecken 45 Euro. Auf den Unternehmens-Homepages aller Airlines fällt dagegen keine Zusatzgebühr an. Bei der Buchung über Drittanbieter erhebt neben Lufthansa, Austrian, Swiss und Brussels noch keine Airline eine generelle GDS-Zusatzgebühr, Germanwings berechnet einen Aufpreis je nach Anbieter. Condor nimmt keine Extragebühren bei Onlinebuchungen oder telefonischer Buchung, dafür aber an einigen Schaltern. Aber auch bei gebührenfreien Online-Buchungen können Zusatzkosten anfallen. Fast alle Airlines erheben eine Gebühr auf Kreditkartenzahlungen. Ryanair und Germanwings berechnen zwei Prozent des Flugpreises, die Lufthansa bei Kurzstrecken fünf bis acht Euro, bei Interkontinentalflügen sogar 18 Euro. Am besten ist es für Kunden, per Lastschrift zu zahlen, dort fallen keine Kosten an.

Bahn

Bahnkunden haben es leichter. Die Bahn hat Zusatzkosten für die Buchung nämlich bereits im September 2014 abgeschafft. Wer telefonisch, in Reisezentren oder Reisebüros eine Zugfahrkarte zum Sparpreis kaufte, hatte zuvor fünf Euro mehr bezahlt als im Internet. Mit der Abschaffung dieser Gebühr macht es nun keinen Unterschied mehr, ob ein Kunde bei einem der 2700 Reisebüros, an einem Ticketschalter, telefonisch, am Automaten oder im Internet bucht. Im Gegenteil: „Manchmal gibt es auf Portalen wie Ltours.de oder opodo.de besonders günstige Aktionsangebote“, räumt Bahn-Sprecher Andreas Fuhrmann ein. Auch wenn die Bahn von zusätzlichen Gebühren absieht, gibt es also – ähnlich wie bei den Flügen – enorme Preisunterschiede bei den Fahrkarten.

Fernbusse

Genauso undurchsichtig ist die Preisgestaltung der Fernbusunternehmen. Marktbeherrschend sind in Deutschland FlixBus MeinFernbus, Postbus und die Berliner Linienbusse. Die Preise richten sich nach dem Zeitpunkt der Buchung. Zusatzgebühren beim Ticketkauf auf Fremdportalen im Internet fallen weg, weil eine Buchung auf fremden Internetseiten gar nicht möglich ist. Vergleichsseiten wie busliniensuche.de oder fernbusse.de verweisen lediglich auf die Busunternehmen – der Kunde wird auf die jeweilige Firmenseite weitergeleitet und bucht dann beim Anbieter selbst. Spar- und Aktionstarife gibt es bei FlixBus MeinFernbus, Postbus und den Berliner Linienbussen sowohl im Internet als auch am Schalter und im Reisebüro. Wer telefonisch bucht, muss – außer bei der kostenlosen Hotline der Berliner Linienbusse – für die Verbindung zahlen. Die Postbus-Hotline verlangt 20 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz.

Flixbus MeinFernbus weist zwar im Internet auf eine kostenpflichtige Telefonnummer hin. Die ist aber lediglich für Fragen und nicht für Bestellungen gedacht. „Im Reisebüro können bei Tickets für FlixBus MeinFernbus Zusatzgebühren zwischen einem und fünf Euro anfallen“, sagt Sprecher Gregor Hintz. Zusätzliche Kosten können außerdem durch die Emissionsabgabe entstehen. Die zahlt der Kunde allerdings nur auf freiwilliger Basis. Bei FlixBus MeinFernbus kann die Umweltabgabe – je nach Strecke – von zehn Cent bis zu einen Euro variieren, beim Postbus liegt sie pauschal bei 50 Cent pro Fahrt. Die Berliner Linienbusse haben eine solche Abgabe nicht. Ganz gleich jedoch ob im Reisebüro, am Schalter, im Internet oder per Telefon: Die Tickets zu Spar- und Aktionstarifen sind jeweils nur in einem begrenzten Kontingent vorhanden. Ist das bereits ausgeschöpft, sind die Preise teilweise sogar noch teurer als der Normaltarif.

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