Verbraucherpreise : Inflation auf höchstem Wert seit vier Jahren

Der starke Anstieg der Energiepreise sowie die Erhöhung der Tabak- und Kfz-Steuer hat die Inflation in Deutschland 2005 auf den höchsten Stand seit 2001 getrieben.

Wiesbaden - Die Verbraucherpreise kletterten im vergangenen Jahr um 2,0 Prozent und erreichten damit erstmals seit 2001 wieder diese kritische Marke. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden nach endgültigen Berechnungen mit und bestätigte damit eine frühere Prognose. In der ersten Jahreshälfte habe auch die Gesundheitsreform die Teuerungsrate nach oben getrieben.

Eine solch hohe Jahresteuerung hatte es zuletzt 2001 mit ebenfalls 2,0 Prozent gegeben. Die Inflationsrate war danach aber gesunken und hatte 2004 nur 1,6 Prozent betragen nach 1,1 Prozent 2003. Nach den Regeln der Europäischen Zentralbank (EZB) ist Preisstabilität nur bei Raten knapp unter zwei Prozent gewährt.

Ohne die Kosten für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas hätte die Teuerungsrate 2005 nur 1,1 Prozent betragen, berichteten die Statistiker. Mineralölprodukte verteuerten sich um 12 Prozent und wirkten im gesamten Jahr preistreibend. Die Preise für Haushaltsenergie stiegen überdurchschnittlich um knapp 12 Prozent, die Preise für leichtes Heizöl sogar um 32 Prozent. Trotz des Anstiegs im ersten Halbjahr verteuerte sich die Gesundheitspflege im Gesamtjahr nur leicht um knapp 2 Prozent.

Zum Jahresende verlangsamte sich der Preisauftrieb etwas. Im Dezember 2005 lagen die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im November und Oktober hatte die Teuerung noch 2,3 Prozent betragen. Der leichte Rückgang ist auf einen statistischen Effekt zurückzuführen, weil die Tabaksteuererhöhung zum 1. Dezember 2004 sich erstmals nicht mehr auf die Teuerungsrate im Dezember 2005 auswirkte. Im Vergleich zum Vorjahr blieben Benzin und Heizöl die größten Preistreiber. Leichtes Heizöl verteuerte sich binnen Jahresfrist um 33 Prozent, Benzin um knapp 14 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat stieg im Dezember die Rate vor allem saisonbedingt um 0,9 Prozent. Wegen Weihnachten und Silvester verteuerten sich Pauschalreisen um 31 Prozent gegenüber November, Übernachtungen in Hotels und Pensionen um 24 Prozent. Die Tarifänderung bei der Bahn ließ die Bahnpreise um 4 Prozent steigen. (tso/dpa)

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