• Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Abrechnungen Warum es für Zahnärzte und Labore so leicht ist zu betrügen

Wirtschaft : Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Abrechnungen Warum es für Zahnärzte und Labore so leicht ist zu betrügen

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Berlin (pet). Nach Bekanntwerden des neuen Abrechnungsskandals haben Verbraucherschützer die Abrechnungspraxis der Zahnärzte kritisiert. „Es gibt einen Mangel an ökonomischem Patientenschutz und Transparenz“, sagte Thomas Isenberg, Gesundheitsexperte beim Bundesverband Verbraucherzentralen in Berlin. Zurzeit müssen Zahnärzte einen so genannten Heil und Kostenplan an die Kassen schicken, in dem die voraussichtlichen Kosten für den Zahnersatz veranschlagt werden. Erst, wenn die Kasse den Plan genehmigt hat, darf der Zahnarzt eine Krone oder ein Gebiss im Zahntechniklabor in Auftrag geben. Um die tatsächlichen Kosten zu dokumentieren, schickt er anschließend die Originalrechnung des Labors wieder an die Kasse, damit diese abrechnen kann. Auch die Labore müssen genaue Protokolle über ihre Arbeit erstellen, um sicherzustellen, dass Qualitätsstandards eingehalten werden. Die Protokolle werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information stichprobenartig geprüft. „Es kann nicht sein, dass das zufällig passiert“, kritisiert die Zahntechniker-Innung. Wenn Zahnarzt und Labor schummeln und das Gebiss in Billigländern wie China fertigen lassen, tatsächlich aber einen höheren Preis abrechnen, fällt das auch den Kassen nicht auf. „Das kommt höchstens dann raus, wenn Jahre später Reparaturen anstehen“, sagte eine Barmer-Sprecherin.

Um sich gegen falsche Abrechnungen zu schützen, rät Verbraucherschützer Isenberg Patienten, sich immer die Originalrechnungen von Zahnärzten und Dentallaboren geben zu lassen. „Das ermöglicht eine Kostenkontrolle“, sagt er. Allerdings funktioniere die Zusatzkontrolle nicht in jedem Fall: „Wenn ein Zahnarzt mich betrügen will, dann habe ich keine Handhabe.“ Kriminelle Energie könne man nie ausschließen.

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