Wirtschaft : Verbraucherschützer mahnen Bahn und Telekom ab

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Die Deutsche Bahn und die Telekom sind am Montag von den Verbraucherschützern abgemahnt worden. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) wirft den Unternehmen "Abzocke" bei der telefonischen Bahnauskunft vor. Hintergrund ist die Werbung für die Telekom-Auskunft 11833 mit der Aussage "Jetzt mit Weitervermittlung zur Bahnauskunft" und "Die schnelle Verbindung zur Bahnauskunft". Weder Bahn noch Telekom weisen nach Meinung des vzbv auf die hohen Gebühren hin, die mit der Weiterleitung verbunden sind. Kunden, die sich über die Telekom zur Bahn weiterverbinden lassen, zahlen fast das Zehnfache dessen, was die direkte Anwahl der Bahnauskunft (01805/99 66 33) kostet. In den vergangenen Wochen hatten sich deshalb zahlreiche Bahnkunden beim Fahrgastverband "Pro Bahn" beschwert. Bahn und Telekom haben bis zum 25. Februar Zeit, die Werbung einzustellen und eine Unterlassungserklärung abzugeben.

"Man kann doch nicht ernsthaft für denselben Service das Zehnfache an Gebühren verlangen, ohne darauf hinzuweisen", kritisiert Thorsten Kasper, Rechtsexperte des vzbv. Die Unternehmen weisen den Vorwurf dagegen zurück. Vor Beginn der Weitervermittlung werde der Kunde ausdrücklich gefragt, ob er zur Bahnauskunft durchgestellt werden wolle, heißt es bei der Telekom. In diesem Zusammenhang werde der Anrufer auch darauf hingewiesen, dass eine Gebühr von 99 Cent pro Minute anfalle. Wer dagegen die Bahnauskunft direkt anruft, kommt mit einem Minutenpreis von 12 Cent davon. Als Gegenleistung für die höhere Gebühr werden die Telekom-Kunden bei der Bahnauskunft jedoch bevorzugt bedient.

Die Bahn arbeitet ohnedies an einer Reform ihres Vertriebs. Vom 1. Juli an werden Anrufer, die nur eine Fahrplanauskunft wünschen, mit einem Sprachcomputer verbunden, und die Auskunft ist kostenlos. Kunden, die eine Beratung benötigen, müssen dagegen künftig 62 Cent pro Minute zahlen, heißt es bei der Bahn.

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