Wirtschaft : Verbraucherschützer zeigen dem DFB die rote Karte

Fußball-Bund wird wegen des Verkaufs der WM-Tickets abgemahnt: Viele Klauseln seien rechtswidrig

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Berlin – Der Deutsche FußballBund (DFB) ist am Donnerstag erneut wegen des Ticket-Verkaufs für die Fußball- Weltmeisterschaft abgemahnt worden. In seiner Abmahnung greift der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dieses Mal das „Ticket-Bestellformular“ an, mit dem Interessenten im Internet Karten für die WM-Spiele 2006 bestellen können. Nach Meinung der Verbraucherschützer wird auf dem Formular der Eindruck erweckt, dass die Fans der Weitergabe ihrer Daten zu Werbezwecken zustimmen müssen, damit ihre Kartenbestellung überhaupt bearbeitet wird. Das hält der vzbv für einen Verstoß gegen das Transparenzgebot und eine unangemessene Benachteiligung der Kunden.

Der DFB hat jetzt bis zum 14. Februar Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Andernfalls soll Klage erhoben werden. Damit liegt dem WM-Organisationskomitee (OK) jetzt schon die zweite Abmahnung vor. Bereits Ende vergangener Woche hatte der vzbv zwei Klauseln im Kleingedruckten moniert. Darin willigt jeder Stadionbesucher unwiderruflich und unbegrenzt in die unentgeltliche Verwendung seines Bildes ein. Das halten die Verbraucherschützer für rechtswidrig. Genauso wie die Bestimmung, dass es bei einer Verlegung des Spiels nur dann eine Erstattung des Ticketpreises geben soll, wenn es dem Fußballfan nicht zumutbar ist, das verlegte Spiel zu besuchen. Auch für diese Abmahnung hatte der vzbv dem Fußball-Verband eine Frist bis zum 14. Februar gesetzt.

Das Organisationskomitee sieht die Diskussion „gelassen“, sagte Sprecher Jens Grittner. „Natürlich werden wir den Bedürfnissen der Fans entgegenkommen und serviceorientiert handeln“, sagte Grittner dem Sport-Informationsdienst. Einzelheiten nannte er jedoch nicht.

Diese möchten die Verbraucherschützer jedoch gern erfahren. Das gilt auch für die Frage, wie der DFB verfahren will, wenn jemand ein Ticket gekauft hat, dann aber nicht zum Spiel gehen kann. In diesem Fall soll die Karte verfallen, heißt es auf der Homepage zum Ticket-Verkauf. Der vzbv fordert dagegen die Möglichkeit, die Karten unbürokratisch zurückgeben zu können. Der Streit ums Kleingedruckte scheint die WM-Fans jedoch nicht zu beirren. Am Donnerstag hatten weltweit bereits eine Million Menschen Tickets bestellt.

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