Verdacht auf Insidergeschäfte : Airbus-Chef rechnet mit langwieriger Aufklärung

Airbus-Chef Thomas Enders erwartet keine schnelle Aufklärung der Vorwürfe zu angeblichen Insidergeschäften von Topmanagern. Diese sollen sich ihr Wissen um die Lieferschwierigkeiten beim A 380 zu Nutze gemacht haben.

Enders Foto: ddp
Airbus-Chef Enders. -Foto: ddp

HamburgDie juristische Aufarbeitung könne ein bis zwei Jahre dauern, sagte Enders laut Angaben der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" am Rande einer Veranstaltung in Berlin. Die Vorwürfe seien eine Belastung für den Ruf des Unternehmens. Durch die jüngste Veröffentlichung von Teilen eines Zwischenberichtes der französischen Börsenaufsicht AMF sei der Eindruck entstanden, "als würde das Unternehmen von Kriminellen geführt", sagte Enders dem Bericht zufolge. "Das ist unerträglich."

Er lasse derzeit prüfen, "welche Schritte unternommen werden können", sagte Enders laut "FTD" zu einem möglichen juristischen Vorgehen. Der seit Juli amtierende Airbus-Chef wollte sich nicht an Spekulationen beteiligen, wer ein Interesse an der Veröffentlichung des AMF-Zwischenberichtes haben könnte und wies die gegen ihn erhobenen Insidervorwürfe erneut zurück. Die deutsche Börsenaufsicht BaFin habe bei ihren Untersuchungen keine Anzeige gegen das Unternehmen oder führende Manager erstattet, sagte Enders, der zwischen Juni 2005 und Juli 2007 Ko-Chef der Airbus-Mutter EADS war.

Presseberichte über einen AMF-Zwischenbericht hatten den Verdacht geschürt, Top-Manager von EADS - unter ihnen Enders - und die Großaktionäre Lagardère und Daimler-Chrysler hätten Ende 2005 und Anfang 2006 mit Insiderwissen über Probleme bei der Fertigung des Airbus A380 lukrative Aktiengeschäfte gemacht. Die AMF will nach eigenen Angaben Anfang 2008 ihren Abschlussbericht vorlegen. (mit AFP)

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